Donald Trump steht seit Jahren wegen seiner früheren Verbindung zu Jeffrey Epstein im Fokus. Der US-Präsident sieht sich immer wieder mit Fragen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter und dessen Umfeld konfrontiert.
Nun sorgt ein Streit um die Veröffentlichung der Epstein-Akten für neue Spannungen. Dabei geht es auch um Trumps politische Verbündete und eine Familie, die Gerechtigkeit für ihre verstorbene Angehörige fordert.
Ausgerechnet im Wahlkampf in Colorado verschärft sich der Konflikt. Eine Organisation aus Trumps politischem Lager greift die Aussagen der Familie von Virginia Giuffre an. Die Vorwürfe richten sich gegen den republikanischen Abgeordneten Jeff Crank.
📌 Wer war Virginia Giuffre? Sie gehörte zu den bekanntesten Betroffenen des Missbrauchsskandals um US-Millionär Jeffrey Epstein. Sie beschuldigte Prinz Andrew, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Andrew bestritt die Vorwürfe. Im April 2025 starb Giuffre im Alter von 41 Jahren durch einen Suizid.
Trump-Lager schießt gegen die Familie von Virginia Giuffre
Er soll sich geweigert haben, mit Angehörigen des bekannten Epstein-Opfers über die Freigabe der Ermittlungsakten zu sprechen. Trumps Unterstützer stellen die Darstellung der Familie allerdings infrage.
Die Flyer bezeichnen eine zuvor veröffentlichte Wahlkampfanzeige als „völlig falsch.“ In dem Video sprechen Sky Roberts, der Bruder von Virginia Giuffre, und seine Ehefrau Amanda über ihre Erfahrungen mit Jeff Crank. Sie werfen dem Republikaner vor, sich nicht ausreichend für die Freigabe der Epstein-Akten eingesetzt zu haben.
Sky Roberts findet deutliche Worte. „Jeff Crank hat Epsteins Verbrechen vertuscht, um Donald Trump zu schützen“, sagt er in der Anzeige. Anschließend fordert er Konsequenzen: „Er hat im Kongress nichts zu suchen.“
Das Trump-nahe PAC hält dagegen. Es verweist darauf, dass Crank letztlich für die Veröffentlichung der Akten gestimmt hat. Die Vorgeschichte dieser Abstimmung lässt es in seiner Darstellung jedoch außen vor.
Republikaner wollten Abstimmung zunächst verhindern
Jeff Crank stimmte erst für die Freigabe, nachdem sich eine Mehrheit für den entsprechenden Schritt abzeichnete. Zuvor hatte er gemeinsam mit den meisten republikanischen Abgeordneten versucht, eine Abstimmung zu verhindern. Außerdem weigerte er sich, eine sogenannte Discharge Petition zu unterzeichnen. Dieses Verfahren sollte eine Abstimmung über die Freigabe der Akten erzwingen.
Als der Erfolg der Petition kaum noch aufzuhalten war, gab das Weiße Haus den Republikanern grünes Licht. Danach stimmten bis auf einen alle republikanischen Abgeordneten für die Veröffentlichung.
Trump hatte sich zuvor entschieden gegen die Freigabe der Dokumente gestellt. Sein Name taucht darin Dutzende Male auf. Trump und Epstein waren früher eng befreundet. Mitte der 2000er-Jahre zerbrach ihre Beziehung aus bis heute unklaren Gründen.
Familie berichtet von monatelangem Schweigen
Sky und Amanda Roberts leben selbst in dem Wahlbezirk, in dem Crank um sein Mandat kämpft. Im September 2025 trafen sie sich mit Mitarbeitern seines Wahlkreisbüros. Sie wollten über die Epstein-Akten sprechen.
Danach blieben weitere Kontaktversuche nach ihren Angaben mehr als ein Jahr lang unbeantwortet. Das berichteten die beiden bei einer Pressekonferenz zur Veröffentlichung ihrer Anzeige.
Erst nach dem Erscheinen des Videos meldete sich Cranks Team wieder. Dabei soll der Wahlkreisdirektor eine der letzten Nachrichten von Amanda Roberts mit einem „Ha-ha“-Emoji versehen haben.
Familie kritisiert Crank scharf
Die Familie hält deshalb an ihren Vorwürfen fest. In einer Stellungnahme gegenüber „HuffPost“ erklärten Sky und Amanda Roberts: „Virginia, unsere Schwester, hat unserer Familie eine wichtige Lektion beigebracht: Bleibt bei eurer Wahrheit.“
Anschließend kritisierten sie Cranks Verhalten scharf: „Keine politische Anzeige kann die Fakten ändern: Jeff Crank hat es versäumt, die Discharge Petition zur Unterstützung des Epstein Files Transparency Act zu unterzeichnen, und stimmte zweimal dagegen, dass das Gesetz im Repräsentantenhaus zur Abstimmung vorgelegt wird.“
Die beiden betonten zudem, worum es ihnen gehe: „Wir stehen zu unseren ursprünglichen Aussagen, weil die Öffentlichkeit Wahrheit und Transparenz verdient und unsere Schwester Gerechtigkeit und Rechenschaft durch eine Strafverfolgung verdient hatte.“
„Crank hat sich geweigert, an der Seite unserer Familie zu stehen.“
Auch an Crank ließen sie kein gutes Haar. „Jeff Crank hat sich geweigert, an der Seite unserer Familie zu stehen, und er enttäuscht weiterhin die Wählerinnen und Wähler, deren Interessen zu vertreten er geschworen hat. Wir werden uns nicht durch politische Angriffe ablenken lassen und uns nicht zum Schweigen bringen lassen.“
Die „HuffPost“ bat MAGA, Inc. um eine Stellungnahme. Die Organisation antwortete nicht auf die Anfrage per E-Mail. Auch Cranks Wahlkampfteam reagierte nicht auf eine Bitte um Kommentar.
Ein renommierter USA-Korrespondent alarmiert. Trumps Politik hat immense Folgen für die Vereinigten Staaten.
