Ex-Kanzler Scholz startet seinen neuen Job – „Wollen intensiv dran arbeiten“

Olaf Scholz hat einen neuen Job. Der frühere Bundeskanzler ist seit Ende Juni Ko-Vorsitzender der neuen entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission. Gemeinsam mit der ehemaligen Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, soll er Vorschläge für eine neue Zusammenarbeit zwischen dem Globalen Norden und Süden entwickeln.

Was auf ihn zukommt, fasste Scholz in einem Instagram-Video von „vorwärts-medien“ zusammen. „Wollen intensiv dran arbeiten“, sagt der frühere Kanzler darin. Die Kommission soll neue Impulse für die deutsche Entwicklungspolitik liefern und die Zusammenarbeit mit Ländern des Globalen Südens stärken.

📌 Olaf Scholz und die Nord-Süd-Kommission Die Kommission soll bis zum Ende der 21. Legislaturperiode arbeiten. Scholz ist seit 2021 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Potsdam. Laura Chinchilla war von 2010 bis 2014 Präsidentin von Costa Rica. Die Kommissionsmitglieder werden von den beiden Ko-Vorsitzenden benannt. Für die Auswahl sollen unter anderem internationale Netzwerke, regionale Expertise und politische Erfahrung berücksichtigt werden.

Scholz übernimmt internationale Aufgabe

Offiziell gestartet ist die Kommission am 30. Juni 2026 bei der Hamburg Sustainability Conference. Dort stellten Scholz und Chinchilla ihre Agenda vor. Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung soll das Gremium unabhängig arbeiten und rund 20 Mitglieder umfassen.

Die Mitglieder sollen aus unterschiedlichen Bereichen kommen. Vorgesehen sind unter anderem Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Auch internationale Organisationen und Vertreter des Globalen Südens sollen eingebunden werden.

Was soll die Kommission erreichen?

Im Mittelpunkt stehen neue Partnerschaftsmodelle zwischen dem globalen Norden und Süden. Außerdem soll die Kommission Empfehlungen für die internationale Entwicklungsagenda nach 2030 erarbeiten. Die Bundesregierung verbindet damit auch das Ziel, Deutschlands Beziehungen zu Ländern des Globalen Südens langfristig zu stärken.

Der Auftrag geht damit über einzelne Entwicklungshilfeprojekte hinaus. Es geht um die Frage, wie Deutschland künftig mit Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammenarbeiten kann. Scholz erklärte zum Start, die Welt habe sich grundlegend verändert und Kooperationen müssten deshalb weiterentwickelt werden.

Warum setzt die Bundesregierung auf Scholz?

Scholz bringt langjährige Regierungserfahrung mit. Er war von 2021 bis 2025 Bundeskanzler und zuvor unter anderem Bundesfinanzminister sowie Erster Bürgermeister Hamburgs. Mit Laura Chinchilla steht ihm eine Politikerin zur Seite, die Costa Rica von 2010 bis 2014 als Präsidentin führte.

Die Bundesregierung hatte die Einsetzung der Kommission am 24. Juni beschlossen. Wie die Bundesregierung damals erklärte, soll die Kommission auch Empfehlungen für die Zeit nach der UN-Agenda 2030 entwickeln.

Scholz bleibt im Bundestag

Seine neue Aufgabe bedeutet keinen Abschied aus der deutschen Politik. Scholz gehört weiterhin dem Deutschen Bundestag an. Bei der Bundestagswahl 2025 gewann er sein Direktmandat im Wahlkreis Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II.

Seine Kanzlerschaft endete am 6. Mai 2025. Seitdem ist Friedrich Merz Bundeskanzler. Scholz arbeitet nun als Abgeordneter und übernimmt zugleich die neue internationale Aufgabe.

Wann wird es konkret?

Die Kommission steht noch am Anfang ihrer Arbeit. Im Herbst sollen die Mitglieder öffentlich vorgestellt werden. Anschließend beginnt die inhaltliche Arbeit an den Themen, die das Gremium bearbeiten will.

Ein konkreter Termin steht bereits fest. Wie der Deutsche Bundestag berichtet, soll die Kommission erstmals im Oktober 2026 am Rande der Jahrestagungen von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Bangkok zusammentreten. Dort sollen auch die konkreten Themenfelder festgelegt werden.

Scholz übernimmt mit dem Kommissionsvorsitz kein Regierungsamt. Die Nord-Süd-Kommission soll Empfehlungen ausarbeiten, die politischen Entscheidungen bleiben anschließend bei der Bundesregierung und anderen zuständigen Institutionen.

Auch finanziell ist die Aufgabe anders ausgestaltet als ein klassisches politisches Amt. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und erhalten laut Bundesregierung keine Vergütung, Honorare oder Sitzungsgelder. Erstattet werden lediglich bestimmte Kosten, die durch die Arbeit der Kommission entstehen.