Genervter Kanzler: Merz nimmt tollpatschigen Fotograf ins Visier

Nach den Wahlniederlagen der CDU in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wollte Friedrich Merz bei einer Pressekonferenz vor allem über die politischen Konsequenzen sprechen. Der Kanzler stellte sich den Fragen der Journalisten und sprach über die Lage seiner Partei sowie die Zukunft der Bundesregierung.

Doch neben den inhaltlichen Botschaften sorgten auch einige ungewöhnliche Szenen für Aufmerksamkeit.

📌 Merz Bundeskanzler seit 2025: Friedrich Merz (CDU) ist seit Mai 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor war er seit 2022 Vorsitzender der CDU. CDU-Chef und Kanzlerkandidat: Merz führt die CDU seit Januar 2022 und trat bei der Bundestagswahl 2025 als Kanzlerkandidat der Union an. Nach der Wahl bildete die CDU/CSU mit der SPD eine Bundesregierung. Klare Abgrenzung zur AfD: Merz lehnt eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD ab. Auch im August 2026 bekräftigte er, dass eine Regierungsbildung oder programmatische Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen sei. Skeptisch gegenüber einem AfD-Verbot: Merz steht einem Verbotsverfahren gegen die AfD sehr skeptisch gegenüber. Im Mai 2025 warnte er, ein solches Verfahren aus der Mitte des Bundestages könne nach „politischer Konkurrentenbeseitigung“ riechen.

Merz von Störungen genervt

Zwischenzeitlich machte auch die Technik mit Problemen bei einem Mikrofon auf sich aufmerksam. Die Störung war zwar schnell behoben, blieb jedoch nicht der einzige Zwischenfall des Auftritts.

Für deutlich mehr Gesprächsstoff sorgte eine Szene mit einem Fotografen. Während Merz gerade eine Frage beantwortete, stand der Mann direkt vor der Bühne und offenbar im Sichtfeld anderer Journalisten und der TV.Kameras. Der Kanzler unterbrach daraufhin seine Antwort und sprach den Fotografen direkt an.

„Haben Sie keinen Platz gefunden?“, fragte Merz zunächst genervt. „Weil Sie verdecken vielen anderen den Blick. Wenn Sie so freundlich sind, könnten Sie sich irgendwo hinsetzen oder sonst auf die Seite stellen. Vielen Dank.“ Anschließend setzte der CDU-Chef die Pressekonferenz fort, die Szene blieb jedoch nicht unbeachtet.

Der Ton macht die Musik: Fotografen-Szene sorgt für Diskussionen

Vor allem in den sozialen Netzwerken wurde darüber intensiv diskutiert. Während einige Beobachter die Bitte des Kanzlers nachvollziehbar fanden, kritisierten andere Tonfall und Auftreten.

Zu Wort meldete sich auch Hans von der Burchard, Leiter des „Berlin Playbook“ von „Politico“. Er schrieb, der Fotograf habe sich zwar etwas „tollpatschig“ positioniert und zudem mitten in der Kameraachse gestanden. Gleichzeitig hätte man die Situation seiner Ansicht nach „mit Humor sympathisch abräumen“ können.

Stattdessen wirke die Reaktion auf ihn „passiv-aggressiv“. Das sei, so von der Burchard weiter, ein Problem, das Merz immer wieder begleite.