„Ich bin der Größte“: Trump ist selbst das nicht zu peinlich

Bescheidenheit sieht wahrlich anders aus: Donald Trump hat auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social eine Rangliste der US-Präsidenten geteilt. Er selbst steht dabei ganz oben – allein in der Kategorie „The Greatest“. Historiker bewerten seine Präsidentschaft bislang deutlich weniger schmeichelhaft.

Über dem Namen des amtierenden US-Präsidenten steht allein die höchste Kategorie: „The Greatest“ – der Größte. Die Grafik stammt nicht erkennbar aus einer wissenschaftlichen Studie, sondern wurde von Trump selbst auf Truth Social veröffentlicht. Sie zeigt eine persönliche Bewertung der US-Präsidenten in sechs Kategorien.

📌 Wie werden US-Präsidenten bewertet? Keine offizielle Rangliste: Es gibt keine staatlich anerkannte Bewertung der US-Präsidenten. Solche Rankings stammen meist von Historikern, Politikwissenschaftlern oder Umfragen. Bewertungskriterien: Wissenschaftliche Rankings berücksichtigen unter anderem Führung in Krisen, politische Leistungen, Umgang mit Institutionen, Außenpolitik und historische Bedeutung. Nicht unumstritten: Die Platzierungen können sich verändern, weil historische Leistungen unterschiedlich bewertet werden und neue Forschung hinzukommt. Trump historisch: Donald Trump war der 45. US-Präsident (2017–2021) und ist seit 2025 erneut Präsident. Damit ist er der zweite US-Präsident nach Grover Cleveland, der zwei nicht aufeinanderfolgende Amtszeiten innehat. Besonderheit: Trump wurde 2019 und 2021 jeweils vom Repräsentantenhaus impeached. In beiden Verfahren wurde er vom Senat nicht verurteilt.

Trump allein an der Spitze

Ganz oben steht Trump allein. Eine Stufe darunter, unter „Great“, finden sich gleich drei äußerst prominente Namen: Abraham Lincoln, George Washington und Franklin D. Roosevelt.

In der Kategorie „Near Great“ landen unter anderem Theodore Roosevelt, Grover Cleveland, John Adams und James K. Polk.

Andere bekannte Präsidenten stuft Trump deutlich niedriger ein. Bill Clinton, John Quincy Adams und James Monroe finden sich beispielsweise in der Kategorie „Average“.

Noch weiter unten stehen unter „Below Average“ unter anderem John Tyler, Calvin Coolidge, Millard Fillmore, Zachary Taylor, James Buchanan und Franklin Pierce.

Am Ende der Liste, bei den „Failures“, landen unter anderem Joe Biden, Barack Obama, Ulysses S. Grant, Warren G. Harding und Jimmy Carter.

Trump stellt sich über Lincoln und Washington

Besonders auffällig ist dabei weniger, wen Trump schlecht bewertet – sondern wo er sich selbst einordnet. Denn mit seiner Selbsteinstufung als „The Greatest“ stellt er sich sogar über Präsidenten wie Abraham Lincoln und George Washington.

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Lincoln gilt als einer der prägendsten Präsidenten der US-Geschichte. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs hielt er die Union zusammen und setzte sich für die Abschaffung der Sklaverei ein. Washington wiederum war der erste Präsident der Vereinigten Staaten und prägte als erster Amtsinhaber wichtige Traditionen des noch jungen Präsidentenamtes.

Wissenschaftliche Rankings zeichnen ein anderes Bild

Mit dieser Selbsteinschätzung steht Trump ziemlich allein da. In wissenschaftlichen Rankings amerikanischer Präsidenten fällt seine Bewertung deutlich weniger positiv aus. In der „2024 Presidential Greatness Project Expert Survey„, an der sich 154 Historiker und Fachleute für die US-Präsidentschaft beteiligten, landete Trump auf dem letzten Platz.

Auch in früheren Rankings lag Trump weit hinten. Die Bewertungen unterscheiden sich zwar je nach Studie und Kriterien, doch die Einschätzung, Trump gehöre zu den besten Präsidenten der US-Geschichte, findet sich in der historischen Forschung bislang nicht wieder.

Direkten Vorgänger landen ganz unten

Die Liste ist zudem ein politisches Statement. Mit Joe Biden und Barack Obama setzt Trump gleich zwei seiner politischen Gegner in die unterste Kategorie. Biden war Trumps unmittelbarer Vorgänger im Weißen Haus, Obama sein Vorgänger von 2009 bis 2017.

Dabei zeigt sich, dass die Rangliste nicht nur historische Leistungen bewertet, sondern auch deutlich Trumps politische Sichtweise widerspiegelt.

Eine offizielle Rangliste der US-Präsidenten ist die Grafik nicht. Trump hat damit vor allem seine eigene Sicht auf die amerikanische Geschichte und seine Präsidentschaft öffentlich gemacht.

Die Botschaft ist allerdings unmissverständlich: Trump stellt sich selbst nicht nur als erfolgreichen Präsidenten dar – sondern als den größten Präsidenten überhaupt. Ob Historiker das irgendwann genauso sehen werden, ist eine andere Frage. Zumindest derzeit liegen zwischen Trumps eigener Einschätzung und den Urteilen vieler Präsidenten-Historiker Welten.