„Merkel unplugged“ heißt eine neue Talkreihe des Deutschlandfunks. Die Altkanzlerin trifft darin auf junge Menschen und geht mit ihnen in den Dialog. Dabei wurde die 72-Jährige auch gefragt, ob sie als junger Mensch das Land verlassen würde.
Eine Schülerin stellte die brisante Frage angesichts des Rechtsrucks in Deutschland. Die AfD wird immer stärker in den Umfragen. Daher wollte die Jugendliche wissen: „Wenn Sie jetzt in unserem Alter wären, würden Sie dann in Erwägung ziehen, aus Deutschland wegzuziehen oder gar aus Europa wegzuziehen?“
📌 AfD auf dem Vormarsch In aktuellen bundesweiten Umfragen liegt die AfD bei 26 bis 30 Prozent. Zuletzt wurde die Partei in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt die stärkste Kraft bei den Landtagswahlen. Auch bei der Thüringen-Wahl 2024 lag die Höcke-AfD vorne. Die Partei ist aber längst kein reines Ost-Phänomen mehr.
Merkel: AfD wieder eindämmen
Die Altkanzlerin lieferte eine klare Antwort: „Das würde ich nicht machen. Ich würde Deutschland denen nicht überlassen. Wir haben eine gute Chance, gemeinsam das wieder einzudämmen.“ Merkel rät jungen Menschen daher, sich in Deutschland einzubringen – „und nicht wegzulaufen“.
Entscheidend sei dafür, dass sich die Parteien der Mitte nicht die ganze Zeit an der AfD abarbeiten, sondern eigene Angebote machen und die Probleme des Landes angehen.
Da bohrte eine andere Schülerin nach, wie es der politischen Mitte gelingen soll, den Menschen wieder mehr Sicherheit und die Zuversicht zu bieten, dass Deutschland eine Zukunft hat.
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Tadel für CDU und SPD: Mehr Infostände und besser werden im Internet
Merkel nannte hier als positive Beispiele erfolgreiche Ost-Wahlkämpfer wie die Ministerpräsidenten Dietmar Woidke oder Michael Kretschmer und zuletzt auch Manuela Schwesig. Dazu gehöre aber auch, dass CDU und SPD wieder Infostände in den Dörfern organisieren. Sie nehme oft nur noch die AfD oder auch mal Die Linke in Ostdeutschland wahr. Die Politikerin tadelt auch ihre eigene Partei: „Ich muss auch zu den Leuten gehen, ich kann nicht faul sein und mich zurückziehen und Angst haben.“
Zudem fügt die Polit-Rentnerin etwas überraschend noch hinzu, müssten die Parteien fitter werden in den sozialen Medien und sich da „auf die Gewohnheiten“ der User dieser Netzwerke einlassen.
