Vorerst ruhen die Bagger an einer der umstrittensten Baustellen in den Vereinigten Staaten. Eine amerikanische Richterin hat die Arbeiten an dem geplanten riesigen Triumphbogen von Präsident Donald Trump vorübergehend gestoppt. Für zunächst zwei Wochen darf an dem über 75 Meter hohen Bauwerk nicht weitergearbeitet werden, damit die Justiz die Rechtmäßigkeit des Vorhabens prüfen kann. Gegen das gigantische Projekt hatten zuvor unter anderem die Stadt Washington sowie der angrenzende Bundesstaat Virginia den Klageweg beschritten.
Unmittelbar vor dem gerichtlichen Eingreifen durch Richterin Tanya Chutkan sah die Situation noch völlig anders aus. Die zuständige Hauptstadt-Planungskommission hatte dem massiven Bauprojekt gerade erst grünes Licht erteilt. Bereits vor Monaten war dieses Gremium gezielt mit Verbündeten des Präsidenten besetzt worden. In einer stundenlangen Debatte per Videoschalte brachten zuvor zahlreiche Anwohner ihren deutlichen Unmut über das Monument zum Ausdruck.
📌 Darum wird Bau blockiert Sichtachsen und Pietät: Der gewaltige Bogen stört die historischen Sichtachsen zwischen den Nationalmonumenten und beeinträchtigt den Blick auf den Arlington-Militärfriedhof, was Kritiker und Veteranen als pietätlos empfinden. Mangelnde Rechte: Die Kläger argumentieren, das Projekt verstoße gegen den Commemorative Works Act, da ein solches Monument zwingend die Zustimmung des US-Kongresses benötigt, die bislang nicht vorliegt. Sicherheit: Aufgrund der enormen Höhe liegt das Bauwerk in der Nähe einer Einflugschneise des regionalen Flughafens (Reagan National Airport).
Gigantische Ausmaße sorgen für massive Kritik
Mit der aktuellen gerichtlichen Anordnung sind nun sämtliche Tätigkeiten auf dem Areal strengstens untersagt. Selbst das Abtragen der Grasnarbe in dem weitläufigen Kreisverkehr, der als Standort für Trumps Vision vorgesehen ist, bleibt vorerst verboten. Nach den Plänen des Präsidenten soll das Bauwerk sogar den weltberühmten Arc de Triomphe in Paris an Größe übertreffen. Wegen der enormen Höhe schlagen Kritiker besonders laut Alarm, da sich in unmittelbarer Nähe eine wichtige Einflugschneise des Washingtoner Reagan-Flughafens befindet.
Weitere umstrittene Bauprojekte in der Hauptstadt
In seiner zweiten Amtszeit hat Trump bereits mehrfach mit polarisierenden Architekturprojekten für Aufsehen gesorgt. Für die Errichtung eines gewaltigen Ballsaals ließ der Präsident kurzerhand den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen. Auch gegen dieses massive Bauvorhaben laufen derzeit juristische Verfahren. Darüber hinaus plant er den umfassenden Umbau eines traditionsreichen Golfplatzes direkt in der Hauptstadt.
Quelle: dpa
