Es sind Zahlen, die so manchen deutschen Bürger überraschen dürften. Verteidigungsminister Boris Pistorius kann nun zufrieden sein: Die Bundeswehr wächst und hat ihr Personalziel für 2026 offenbar schon erreicht. Für die Diskussion um eine mögliche Wehrpflicht könnte das eine entscheidende Entwicklung sein.
Knapp 192.000 Soldaten zählt die Bundeswehr inzwischen. Das teilte Pistorius laut „Welt“ mit. Damit ist die Truppe nach seinen Angaben so groß wie seit der Zeit der Wehrpflicht nicht mehr. Und das, obwohl das Jahr 2026 noch gar nicht vorbei ist.
📌 So denken junge Menschen über den Wehrdienst: Viele junge Menschen stehen dem Wehrdienst skeptisch gegenüber. Das zeigt eine Umfrage der Universitäten Frankfurt und Hildesheim. An der Onlinebefragung nahmen rund 4.000 Personen im Alter von 15 bis 30 Jahren teil. 54 Prozent der Befragten bewerten das aktuelle Wehrdienstmodell eher negativ oder lehnen es ab. Nur 29 Prozent finden die Regelung mit verpflichtenden Musterungsfragebögen gut.
Pistorius sieht vorerst keinen Grund für Wehrpflicht
Die steigenden Personalzahlen haben Folgen. Eine Reaktivierung der Wehrpflicht steht laut Pistorius vorerst nicht zur Debatte. Zudem sieht der Verteidigungsminister und SPD-Politiker in der Entwicklung ein wichtiges Signal an die NATO. Schließlich steht Deutschland unter Druck, seine Verteidigungsfähigkeit zu stärken.
Doch bei den aktuellen Zahlen soll es nicht bleiben. Bis 2035 soll die Truppe auf insgesamt 460.000 Soldaten (Soldaten und Reservisten zusammen) anwachsen. Eine gewaltige Aufgabe für die kommenden Jahre. Denn aktuell fehlen dafür noch rund 268.000 Soldaten.
Ob die Bundeswehr dieses Ziel ohne eine Wehrpflicht erreichen kann, bleibt offen. Alles in allem ist der Personalzuwachs aber auf jeden Fall ein Erfolg für Pistorius.
NATO-Oberbefehlshaber Grynkewich dürfte das Wachstum der Bundeswehr auch freuen. Er hat einen genauen Plan, wie er Putin und Russland im Ernstfall attackieren würde.
