„Sie spielen am Telefon rum“: AfD-Landtagspräsident ständig vom Handy abgelenkt

Am Mittwoch leitete Tobias Rausch erstmals eine Landtagssitzung in Magdeburg – und fiel schon negativ auf. Der erste AfD-Landtagspräsident wirkte mehrfach unkonzentriert und beschäftigte sich auffällig häufig und intensiv mit seinem Handy. Zudem fiel er einer Rednerin sogar kommentierend ins Wort.

Auch der noch geschäftsführende CDU-Ministerpräsident Sven Schulze wurde auf dieses Verhalten des 35-Jährigen aufmerksam.

📌 Mehr über Tobias Rausch Der 35-Jährige ist seit 2016 Landtagsabgeordneter, ebenso wie sein Vater Daniel Rausch. Der Immobilienkaufmann ist seit 2025 verheiratet. Bei der Wahl zum Landtagspräsidenten erhielt er 48 Ja-Stimmen – und damit vier Stimmen mehr als AfD und BSW zusammen haben.

AfD-Politiker tadelt: „Die Sitzungsleitung ist nicht zu kritisieren“

Während Schulze eine Rede hielt und es zunehmend unruhig wurde von Seiten der AfD-Fraktion, drehte sich der CDU-Politiker zum Landtagspräsidenten um. „Herr Präsident, ich versuche, meine Rede irgendwie zu halten.“ Mit großen Augen blickte Rausch ertappt von seinem Handy auf. Kurz vorher tippte er noch auf dem Gerät herum. Schulze ermahnte ihn: „Sie spielen am Telefon rum. Es ist wichtig, dass Sie die Landtagssitzung beobachten.“

Rausch ließ sich diese Kritik nicht bieten: „Herr Ministerpräsident Schulze, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie die Sitzungsleitung kritisiert haben.“ Er ermahnte ihn daraufhin, verzichtete aber auf einen Ordnungsruf. „Die Sitzungsleitung ist nicht zu kritisieren“, so der AfD-Mann. In der achten Wahlperiode habe es dafür viele Ordnungsrufe gegeben.

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Rausch kommentiert plötzlich Rede von Linken-Politikerin

Doch es war kein Einzelfall, dass Rausch eine besondere Anziehungskraft zu seinem Smartphone verspürte. Immer wieder war er hinter dem Redner am Handy zu beobachten, statt seine Augen aufmerksam in den Plenarsaal zu richten.

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Auch als die Linke-Politikerin Eva von Angern sprach. Zudem kommentierte er, gegen alle parlamentarischen Gepflogenheiten, etwas inhaltlich mitten in ihrer Rede. Die Politikerin sagte: „Wir wissen auch, dass es zumindest eine personelle Alternative hier im Haus gegeben hätte, Herrn Borchert.“ Gemeint war Carsten Borchert, Landtagsvize der CDU. Rausch sagte deutlich vernehmbar von hinten, das Handy in der Hand: „Stimmt doch gar nicht!“

Parteiische Leitung: Im Vorfeld kursierte schon ein brisantes Video

Schon im Vorfeld der Sitzung, bei der auf Antrag von AfD und BSW über eine Friedensinitiative im Ukraine-Krieg beraten wurde, geriet Rausch massiv in die Kritik. Bei einer Veranstaltung des Rechtsaußen-Magazins „Compact“ äußerte er freimütig, wie er die Landtagssitzung zum Vorteil von AfD und BSW plante zu leiten. Rausch: „Wir werden die Sitzungsleitung auch so gestalten, dass wir alleine die Sitzung führen, ohne den Kollegen der CDU.“ Es ging dabei auch um Absprachen zur Redezeit zwischen AfD und BSW: „Das wäre für Euch eine gute Sache und für uns eine gute Sache.“

Kritiker sahen das als Beleg dafür an, dass Rausch als Landtagspräsident parteiisch agiert und nicht fair und ausgewogen im Interesse aller Fraktionen.