Moskaus Himmelswächtern gehen die Federn aus: Russlands Flotte an Aufklärungsflugzeugen schmilzt dramatisch. Ein Ersatz fehlt komplett. Laut dem Portal „Defense Blog“ sind nur noch sechs A-50U-Frühwarnflugzeuge einsatzbereit.
Ihre Hauptaufgabe? Offenbar Präsident Wladimir Putin persönlich zu schützen. Nur selten fliegen die Maschinen gegen Drohnen oder Marschflugkörper – dabei gelten sie als Rückgrat der russischen Luftverteidigung.
Warum Putin auf diese Flugzeuge angewiesen ist
RAND-Experte Michael Bohnert erklärt auf „X“, warum diese Flugzeuge so wertvoll sind: „Erstens ermöglicht es eine deutlich frühere Warnung. Bis zu einer Stunde bei einer Kampfdrohne und 10 bis 30 Minuten bei einem Marschflugkörper. Zweitens deckt es ein wesentlich größeres Gebiet ab und kann problemlos ein Dutzend oder mehr Bodenradargeräte ersetzen“, so Bohnert.
Eine A-50U ersetzt so ein Dutzend Bodenradare gleichzeitig. Andere Systeme bleiben abgeschaltet und unsichtbar für feindliche Radare. Die geschulten Besatzungen steuern zudem Luft- und Bodeneinheiten.
Putins Ersatzprogramm liegt seit Jahren auf Eis
Das Kernproblem: Seit den frühen 1990ern baut Russland keine neuen A-50-Rümpfe mehr. Die Basis Il-76 läuft zwar weiter vom Band, der Umbau zur Radarplattform aber kaum. Nachfolger A-100 steckt seit über zehn Jahren fest – zu teuer, zu komplex. 2025 traf es das Projekt hart: Ukrainische FP-1-Drohnen attackierten eine A-100-Produktionsstätte, zerstörten einen Prototyp und beschädigten die Anlage schwer. Experten sprechen von einem Rückschlag um Jahre. Für Putin denkbar schlechte Nachrichten.
Open-Source-Daten bestätigen den Trend. Die Telegram-Gruppe „CyberBoroshno“ wertete über 1600 Meldungen aus. Zwischen Juni und August standen die meisten Maschinen am Boden. Nur ein Flugzeug patrouillierte ab Ende Juni nachts über der Wolga-Region, etwa über Samara und Uljanowsk – 60 Einsätze insgesamt. Kampfeinsätze bleiben selten: Am 4. Juli 2026 half eine A-50U, einen Marschflugkörperangriff abzuwehren – der einzige belegte Fall. Die Ukraine trifft Russland immer öfter tief im Landesinneren.
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Russland reagierte im Juni und verlegte die A-50U-Maschinen auf zivile Flughäfen. Grund ist die Angst vor Verlusten – im Winter 2024 schoss die Ukraine bereits eine Maschine ab. Jede weitere verlorene A-50U schwächt Moskaus Luftverteidigung. Genau das macht die raren Flugzeuge zu einem lohnenden Ziel.
