Putin geht den nächsten Verzweiflungsschritt – sein Blick wandert nach Asien

Putin sucht neue Wege für die russische Waffenschmiede. Ukrainische Drohnen treffen mittlerweile Ziele tief in Russland, während der Westen mit Sanktionen an der Versorgung dreht. Nun rückt Zentralasien in den Fokus des Kreml-Chefs.

Ende Juli gab Putin persönlich grünes Licht für neue Absprachen mit Kasachstan und Usbekistan. Die militärisch-technischen Abkommen mit beiden Ländern sollen überarbeitet werden. Beobachter deuten das als Versuch, Teile der Rüstungsproduktion aus der Gefahrenzone in sicherere Nachbarländer zu verlagern.

Putins Blick auf zwei Nachbarstaaten

Bislang regeln die Verträge vor allem Lieferung, Wartung und Modernisierung von Waffen, doch was genau sich künftig ändern soll, verrät Moskau nicht. Fest steht immerhin: Kiew trifft inzwischen Ziele über 1.000 Kilometer entfernt, während westliche Sanktionen den Nachschub an wichtigen Bauteilen erschweren.

Kasachstan bezieht seit 2015 russische Kampfjets, Hubschrauber und Luftabwehrsysteme, Usbekistan erhält seit 2016 sogar Angriffshubschrauber, gepanzerte Fahrzeuge und Drohnen. Beide Länder beherbergen zudem wichtige Werkstätten, darunter Semey Engineering in Kasachstan und das Chirchik Aircraft Repair Plant in Usbekistan.

Putins Plan: Produktion fernab der Front

Militäranalyst Yermek Seitbatal sieht darin ein deutliches Alarmsignal für Putin, denn die ukrainischen Langstreckendrohnen bringen Russlands interne Nachschubwege spürbar durcheinander. Gegenüber „Radio Liberty“ sagte er, Fertigung und Reparatur von Waffen müssten künftig weiter weg von der Front stattfinden. Analyst Derek Bisaccio erkennt darin einen strategischen Vorteil für Putin, weil Angriffe auf fremdem Boden für die Ukraine deutlich riskanter würden. Ein Schlag gegen kasachstanisches Gebiet gälte als massive Eskalation, die Kiew kaum wagen dürfte.

Ob Kasachstan und Usbekistan aber wirklich mitziehen, ist längst nicht ausgemacht. Astanas Verteidigungsministerium ließ lediglich wissen, man prüfe derzeit die Vereinbarungen, ohne konkrete Inhalte zu nennen. Neue Protokolle sollen dabei „in strikter Übereinstimmung mit der Gesetzgebung der Republik Kasachstan“ entstehen.

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Russland-Experte Pavel Baev vom Friedensforschungsinstitut PRIO zweifelt derweil am Eifer der Nachbarn für Putin, schließlich habe Russlands Luftabwehr bei jüngsten ukrainischen Attacken komplett versagt. Zudem müssten beide Staaten mögliche westliche Sanktionen fürchten, sollten sie Putins Rüstungsindustrie zu offen unterstützen.