US-Präsident Donald Trump darf die Arbeiten an seinem umstrittenen Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses vorerst wieder aufnehmen. Durch eine kurze Anordnung von Richter John Roberts setzte der Oberste Gerichtshof der USA einen zuvor verhängten Baustopp vorübergehend aus. Diese Regelung bleibt so lange bestehen, bis eine endgültige Entscheidung des Gerichts in dieser Angelegenheit vorliegt.
Hunderte Millionen Dollar soll das gewaltige Vorhaben insgesamt verschlingen. Zuvor hatte ein Berufungsgericht in dem langwierigen Rechtsstreit noch geurteilt, dass der Präsident den Bau nicht im Alleingang durchsetzen darf. Laut diesem Urteil hätte er zwingend die Zustimmung des US-Parlaments einholen müssen, weshalb die Richter die Arbeiten zunächst auf Eis legten.
📌 Fakten zum Supreme Court Der Supreme Court ist das höchste Gericht der USA. Er prüft Gesetze auf Verfassungsmäßigkeit, besteht aus neun Richtern und hat eine konservative Mehrheit. Die Richter werden vom Präsidenten ernannt, vom Senat bestätigt und arbeiten auf Lebenszeit.
Denkmalschützer wehren sich gegen den Neubau
Um das teure Prestigeprojekt der US-Regierung zu verhindern, waren Denkmalschützer vor Gericht gezogen. Sie kritisieren das Vorhaben massiv, da es stark in das historische Ensemble des Weißen Hauses eingreift. Auch die enormen Kosten und das angewandte Vergabeverfahren sorgen für reichlich Zündstoff und führten bereits zu mehreren juristischen Auseinandersetzungen.
Seit geraumer Zeit rechtfertigen Trump und sein Team den Bau jedoch mit der nationalen Sicherheit. Mit dem neuen Saal entstehe ein Ort, der über besondere Sicherheitsstandards verfüge. Dadurch lasse sich der Schutz des Präsidenten bei großen Veranstaltungen deutlich besser gewährleisten. Zudem erhöhe der neue Komplex die generelle Sicherheit auf dem gesamten Gelände.
Mehr Platz für große Staatsbankette
Bereits seit dem Herbst 2025 laufen die Bauarbeiten auf dem Areal des ehemaligen Ostflügels. Künftig soll der mehrere tausend Quadratmeter große Erweiterungsbau deutlich größere Staatsbankette ermöglichen. Das bisher genutzte Gebäude bot für derartige Anlässe laut Angaben des Weißen Hauses nicht ausreichend Platz.
