Donald Trump will im Kampf gegen internationale Kriminelle einen ungewöhnlichen Weg einschlagen. Private Unternehmen sollen künftig unter staatlicher Aufsicht Cyberangriffe gegen kriminelle Organisationen im Ausland durchführen dürfen.
Der US-Präsident hat dafür einen entsprechenden Erlass unterzeichnet. Trump will damit die Möglichkeiten amerikanischer Strafverfolger erweitern. Im Fokus stehen Organisationen, die aus dem Ausland heraus Menschen in den USA angreifen.
📌 Was hinter der Bedrohung steckt Ransomware verschlüsselt oder blockiert Computersysteme. Angreifer verlangen anschließend häufig Geld für deren Freigabe. Das FBI betreibt mit dem Internet Crime Complaint Center eine zentrale Meldestelle für Internetkriminalität. Das US-Heimatschutzministerium beherbergt mit CISA eine Behörde, die sich mit Cybersicherheit und dem Schutz kritischer Infrastruktur beschäftigt. Das US-Justizministerium verfügt über spezialisierte Strukturen zur Bekämpfung von Cyberkriminalität.
Trump setzt auf private Firmen
Nach Angaben der US-Regierung richtet sich Trumps Vorstoß gegen transnationale kriminelle Organisationen. Sie sollen mit zusätzlichen Mitteln bekämpft werden, wenn ihre Aktivitäten Amerikaner treffen.
Konkret nennt die Regierung Ransomware-Attacken als Beispiel. Auch gegen Finanzbetrug soll das neue Instrument eingesetzt werden können. Damit erweitert Trump den Kreis der Akteure, die bei solchen Cyberoperationen zum Einsatz kommen können.
Behörden übernehmen die Kontrolle
Die privaten Unternehmen sollen dabei nicht auf eigene Faust handeln. Trumps Programm sieht ausdrücklich eine staatliche Aufsicht vor. Das Heimatschutzministerium und das Justizministerium sollen die beteiligten Firmen kontrollieren.
Damit bindet die Trump-Regierung die geplanten Cyberangriffe an staatliche Strukturen. Welche Unternehmen sich beteiligen werden, geht aus den bislang genannten Informationen nicht hervor. Fest steht allerdings eine finanzielle Voraussetzung. Unternehmen müssen mindestens eine Million Dollar als Sicherheit hinterlegen, wenn sie an dem Programm teilnehmen wollen.
Programm zielt auf Ziele außerhalb der USA
Trump setzt damit im Kampf gegen Cyberkriminalität auch auf Fähigkeiten außerhalb staatlicher Behörden. Das Programm zielt ausdrücklich auf kriminelle Organisationen mit Standorten außerhalb der Vereinigten Staaten.
Im Mittelpunkt stehen dabei Bedrohungen, die Menschen in den USA treffen. Gerade Ransomware-Attacken gehören zu den ausdrücklich genannten Einsatzfeldern. Bei solchen Angriffen sollen künftig auch private Firmen eine Rolle spielen können.
Wie konkrete Cyberoperationen aussehen könnten, bleibt anhand der bislang veröffentlichten Angaben offen. Auch zu möglichen teilnehmenden Unternehmen liegen keine Informationen vor. Klar geregelt ist dagegen die Zuständigkeit innerhalb der Regierung. Heimatschutzministerium und Justizministerium übernehmen gemeinsam die Aufsicht über das von Trump angestoßene Programm.
Für Trump bedeutet der Erlass damit eine Erweiterung der bisherigen Möglichkeiten im Kampf gegen internationale Cyberkriminalität. Private Firmen erhalten unter staatlicher Kontrolle eine neue Rolle bei Angriffen auf kriminelle Strukturen im Ausland.
