Alice Weidel legt im Streit um ihre „Flachzangen“-Äußerung gegen Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil nach. Nachdem die AfD-Chefin die beiden Politiker im ZDF-„Sommerinterview“ scharf angegriffen hatte, meldet sie sich nun erneut zu Wort – diesmal mit einer ironischen Entschuldigung.
Auf Facebook schreibt Weidel, in den vergangenen Tagen sei viel über den Begriff „Flachzange“ debattiert worden. Deshalb wolle sie sich für ein „Missverständnis“ entschuldigen. Ihr Grund: „Flachzangen sind sehr nützliche Werkzeuge.“ Es sei daher ein Fehler gewesen, manche Regierungspolitiker als Flachzange zu bezeichnen. „Die Bezeichnung ist eine Beleidigung für jede Flachzange. Entschuldigung.“ Damit nimmt sie ihre ursprüngliche Attacke offensichtlich nicht zurück, sondern legt noch einmal spöttisch nach.
📌 Weidels „Flachzangen“-Spruch ZDF-„Sommerinterview“ mit Alice Weidel und Moderator Wulf Schmiese. Weidel zielte mit ihrer Äußerung insbesondere auf Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil. Weidel sagte, sie wolle nicht mehr von „Flachzangen“ angelogen werden und warf der Regierung vor, Deutschland kaputtzumachen.
Scharfe Attacke auf Merz und Klingbeil
Ausgangspunkt war Weidels Auftritt im ZDF-„Sommerinterview“. Dort erklärte sie, sie wolle nicht länger von „irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen“ angelogen werden. Deutschland werde „zerstört“. Entweder könnten Merz und Klingbeil es nicht oder es geschehe vorsätzlich, urteilte die AfD-Chefin. Ihr Fazit: „Herr Merz kann es nicht. Herr Klingbeil kann es auch nicht.“
Auch die sogenannte Brandmauer der Union gegen die AfD griff Weidel scharf an. Sie bezeichnete diese als „das Undemokratischste, was es gibt“ und prophezeite der CDU weitere Wahlniederlagen. Eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien schloss sie allerdings nicht grundsätzlich aus. Sie sei bereit, mit jedem zu arbeiten, „solange er fähig ist und die Interessen in unserem Land im Auge hat“.
Euro-Ausstieg und härterer Migrationskurs
Inhaltlich bekräftigte Weidel zugleich zentrale Forderungen ihrer Partei. Sollte die AfD regieren, will sie Deutschland aus dem Euro führen. Außerdem fordert sie einen deutlich härteren Kurs in der Migrationspolitik und kündigte an, die Grenzen schließen sowie aus dem Schengen-Abkommen aussteigen zu wollen.
Auch die Rückkehr syrischer Flüchtlinge ist Teil ihrer Forderungen. Weidel argumentiert, dass Menschen zurückkehren müssten, wenn der ursprüngliche Fluchtgrund entfalle. Ihre Aussagen fallen wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, bei der die AfD laut aktuellen Umfragen deutlich vor der CDU liegt.
