Die Gegner der AfD sind fassungslos: Die AfD feiert einen großen Triumph in Sachsen-Anhalt. Und wieder stellen sich Wählerinnen und Wähler von Grünen, SPD und anderen: Wer wählt diese Partei? Zahlen von ARD (Infratest dimap) und ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) geben darüber Aufschluss.
Es lässt sich ein sehr klares Profil erstellen. Es wird klar, bei wem die AfD besonders erfolgreich abgeschnitten hat. Und die Zahlen sind keine Besonderheit in Sachsen-Anhalt.
Nachwahlbefragungen ergeben klares Bild: SIE wählten die Siegmund-AfD
Männerpartei: Rund jeder zweite Mann wählte die AfD (49 Prozent laut ZDF-Nachwahlbefragungen). Bei den Frauen kommt die Siegmund-Partei demnach auf 39 Prozent. Laut ARD sind es sogar genau 50 Prozent der Männer, die in Sachsen-Anhalt AfD wählten.
Mittelalt: Laut ZDF-Statistiken war die AfD vor allem bei 45- bis 59-Jährigen (51 Prozent) und bei 30- bis 44-Jährigen (49 Prozent) stark. Doch auch bei Erstwählenden kam sie nach ARD-Zahlen auf 41 Prozent. Nur bei Senioren schnitt sie deutlich schlechter ab.
Einfache Bildung: Bei Menschen mit Hauptschulabschluss (57 Prozent) bzw. mittlerer Reife (53 Prozent) konnte die AfD besonders absahnen. Bei Akademikern dagegen kam sie nur auf 23 Prozent. Die ARD unterteilt in ihrer Grafik in „einfache Bildung“ und „hohe Bildung“. Demnach stimmten 57 Prozent der Wähler mit „einfacher Bildung“ für die AfD.
Arbeiter: Nicht die SPD und auch nicht Die Linke sind die Parteien der Arbeiter in Sachsen-Anhalt, sondern die AfD! 51 Prozent der Arbeiter wählten laut ZDF-Statistik die Partei. Auch bei Selbstständigen (44 Prozent) und Angestellten (40 Prozent) schnitt sie stark ab.
Man sieht sich als „Mitte“: Laut ARD-Nachwahlbefragungen meinen 87 Prozent der AfD-Wähler, dass es zwar „einzelne rechtsextreme Politiker“ in der AfD gebe, sie „aber insgesamt eher in der Mitte steht“.
Frühere Nichtwähler: Der AfD gelingt es vor allem, besonders die bislang frustrierten Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren. Fast 42 Prozent der Siegmund-Wähler gingen bei der letzten Landtagswahl gar nicht ins Wahllokal. Laut ARD-Zahlen zur Wählerwanderung konnte sie vor allem auch im CDU-Lager fischen (rund 83.000 Wähler wechselten die Seiten von der Union zur AfD).
Merz-Frustrierte: 89 Prozent der AfD-Wählenden bejahten laut ARD-Nachwahlbefragung, dass die Merz-Regierung bei der Landtagswahl „einen Denkzettel verdient“ habe. Nur 1 Prozent der AfD-Anhänger ist demnach „zufrieden mit der politischen Arbeit von Friedrich Merz“. Das ZDF konnte ermitteln, dass 85 Prozent der AfD-Anhänger der Aussage zustimmten: „Wenn die Bundesregierung eine bessere Politik machen würde, wäre die AfD in Sachsen-Anhalt nicht so stark.“
