Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt und katastrophale Umfragewerte bringen Bundeskanzler Friedrich Merz unter Druck. Seit Tagen spekulieren Insider und Beobachter bereits über die Zukunft des Kanzlers nach dem kommenden Wahlsonntag. Kann sich Merz überhaupt noch halten?
Merz-Sprecher Stefan Kornelius präsentierte am Mittwoch (16. September) auf der Bundespressekonferenz eine eigenwillige Deutung der aktuellen Stimmungslage.
📌 Umfrageinstitute in Deutschland Infratest dimap ermittelt die politische Stimmung für die ARD. Forschungsgruppe Wahlen führt die Erhebungen für das ZDF-Politbarometer durch. Bekannte weitere Institute sind Forsa (RTL/ntv-Trendbarometer), INSA (arbeitet u.a. für die „Bild“) und das Institut für Demoskopie Allensbach (liefert unter anderem der FAZ Zahlen). YouGov setzt ausschließlich auf Online-Panels.
Merz‘ Regierungssprecher: „Sollten alle mal sehr vorsichtig damit umgehen“
„Umfragewerte sind Momentaufnahmen, die ihn dabei nicht irritieren“, betonte Kornelius zunächst vor der Presse. Dann zweifelte der Regierungssprecher die Zahlen der Demoskopen sogar offen an. Er stelle „sehr in Frage“, wie diese Erhebungen „vernünftig und seriös zustande kommen“.
„Keines dieser Institute, die in dieser Frequenz Umfragen auf den Tisch legen, hat die Finanzressourcen, um solche Umfragen zu machen. Also sollten wir vielleicht alle mal sehr vorsichtig mit diesem Instrument umgehen“, warnte Kornelius deutlich.
Merz und seine Vertrauten bezweifeln die Methodik der aktuellen Daten. In der Bundespressekonferenz kam dann der Hinweis, dass Medienhäuser diese Erhebungen bezahlen. Der Sprecher blieb jedoch skeptisch. Er sieht die methodischen Fundamente mancher Institute kritisch.
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„Ich glaube, die demoskopischen Grundlagen für viele Umfragen, nicht für alle Umfragen, können auch eine nähere Betrachtung durchaus vertragen“, fügte der Regierungssprecher hinzu. Aus solchen Erhebungen ließen sich schlicht keine verlässlichen Schlüsse ziehen.
CDU-Umfragen zuletzt sehr nah an den Wahlergebnissen
Tatsächlich aber lagen die Umfrageinstitute beispielsweise in Sachsen-Anhalt sehr nah am Ergebnis. Die CDU allerdings wurde sogar noch rund 5 Prozentpunkte zu hoch eingeschätzt vor der Landtagswahl. Auch vor der Bundestagswahl 2025 waren die Erhebungen zu positiv für die Union. So erwartete die ARD (Infratest dimap) in der letzten veröffentlichten Umfrage noch 32 Prozent, ebenso Allensbach (FAZ). Letztlich wurden es 28,5 Prozent.
Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz waren die Umfrageinstitute ebenfalls ziemlich genau. Hier holte die CDU im März 31 Prozent – in der letzten ZDF-Umfrage kurz vor dem Wahltag waren es 29 Prozent. Ähnliches Bild bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im Frühjahr: Auch hier schnitt die CDU nur minimal besser ab als in den Umfragen davor und bewegte sich im Bereich der angegebenen Fehlertoleranz.
