Vor einer wichtigen Sitzung des europäischen Fußballs in Berlin verschärft Hans-Joachim Watzke den Ton. Der DFB-Vizepräsident untermauert den deutschen Konfrontationskurs gegen den umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino.
Dabei nimmt der Multifunktionär kein Blatt vor den Mund. «Ich bin kein Papagei, ich habe es die letzten Wochen oft genug gesagt. Es sind im Sommer so viele Fehler passiert, vom Friedenspreis, das Balogun-Thema bis zum Gipfel der Investorengeschichte», stellte Watzke klar.
📌 Machtkampf um Gianni Infantino DFB auf Konfrontationskurs: Bernd Neuendorf fordert offen Infantinos Ablösung, Hans-Joachim Watzke unterstützt den Kurs. Drei große Kritikpunkte: Friedenspreis für Donald Trump, das Balogun-Thema und der gescheiterte Vorstoß mit externen Investoren. Entscheidung 2027: Infantino strebt beim FIFA-Kongress im März 2027 eine vierte Amtszeit an. Noch kein Gegenkandidat: Als möglicher Herausforderer gilt Victor Montagliani; bis 18. November kann ein Bewerber nominiert werden.
Klare Kante aus Deutschland
Im Deutschen Fußball-Bund herrscht absolute Einigkeit. Watzke verweist auf die deutlichen Worte von Verbandschef Bernd Neuendorf, der dem Tagesspiegel kürzlich eine klare Ansage diktierte. «Wir müssen ihn vom Platz stellen», forderte Neuendorf. Er ergänzte: «Gianni Infantino ist als FIFA-Chef nicht mehr tragbar. Er hat dem Fußball sehr geschadet.»
Heute trifft sich die Spitze der UEFA mit den Chefs der 55 Mitgliedsverbände in der Hauptstadt. Am Vormittag steht das weitere Vorgehen im Machtkampf mit Infantino auf der Agenda.
Kritik am Führungsstil wächst
Durch einen gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren geriet der FIFA-Chef im Sommer massiv unter Druck. Watzke spielte zudem auf die Verleihung des FIFA-Friedenspreises an Donald Trump und die ausgesetzte Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun an.
Auch Infantinos Führungsstil stößt in Teilen der Fußball-Welt auf scharfe Ablehnung. Darauf reagierte der Funktionär zuletzt, indem er seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen anbot.
Suche nach einem Herausforderer
Seit 2016 führt der 56-Jährige den Weltverband an. Beim nächsten FIFA-Kongress im März 2027 in Rabat strebt er eine vierte Amtszeit an. Dafür haben ihm Verbände aus Europa, der Concacaf-Zone und Teile Asiens jedoch das Vertrauen entzogen.
Aktuell gibt es allerdings keinen Gegenkandidaten. Dass die UEFA heute offiziell einen Anwärter verkündet, gilt als unwahrscheinlich. Bis zum Ende des 18. Novembers hat die Opposition noch Zeit, einen Bewerber zu benennen.
Als möglicher Kandidat gilt der kanadische Concacaf-Präsident Victor Montagliani. Öffentlich gehandelt wurden auch UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und der katarische PSG-Chef Nasser al-Khelaifi. Beide wiesen sämtliche Ambitionen jedoch mehrfach von sich. So soll der Sturz Infantinos gelingen.
