Schwesigs geheimer Kanzlerin-Plan – so schnell löst sie Merz ab

Manuela Schwesig hat sich zu einer harten Gegenspielerin von Friedrich Merz entwickelt. Nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, bei der sie mit 35,5 Prozent für die SPD dieser Zeit ein Traumergebnis einfahren konnte, ist sie voller Selbstvertrauen. Nun bastelt sie an einem rot-rot-grünen Koalitionsbündnis im Nordosten.

Dieses Koalitionstrio könnte auch auf Bundesebene eine echte Option sein. Während alle von Rechtsruck in Deutschland und einer immer stärker werdenden AfD reden, bieten die Umfragen auch andere mögliche Machtperspektiven.

📌 Das ist Manuela Schwesig Manuela Schwesig wurde in Frankfurt (Oder) geboren und wuchs dort auf. Sie machte einen Abschluss als Diplom-Finanzwirtin (FH) und arbeitete danach als Beamtin und Steuerprüferin. 2003 trat sie in die SPD ein – schon 2008 war sie Landesministerin in Mecklenburg-Vorpommern. Von 2013 bis 2017 war sie Familienministerin im Kabinett Merkel und übernahm danach das Amt der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Eine Brustkrebs-Erkrankung sorgte für große Anteilnahme der Öffentlichkeit. Seit 2020 ist sie wieder gesund.

Auf einmal ist linkes Bündnis schon bei 43 Prozent in Umfrage

Bei der jüngsten Forsa-Umfrage für RTL und ntv (13. Oktober) kommen SPD, Linke und Grüne zusammen auf 43 Prozent, während Union und AfD auf 45 Prozent kommen. Eine linke Mehrheit erscheint laut dieser Erhebung also realistisch, es bräuchte nur noch minimale Verschiebungen.

Problem für Schwesig: Vorne im linken Block liegen die Grünen mit 17 Prozent, die SPD kommt nur auf 14 Prozent. Chance für Schwesig: Die Grünen haben aktuell keinen aussichtsreichen Kanzlerkandidaten in Berlin. Robert Habeck und Annalena Baerbock sind im Ausland, Cem Özdemir ist ganz frisch Ministerpräsident geworden. Wer soll es machen? Der aktuellen Parteispitze fehlt es an Format und Bekanntheit.

Was noch für Schwesig spricht: Sie hat gute Chancen, beim kommenden Winter-Parteitag die SPD zu übernehmen. Immer mehr Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sprechen sich für eine starke Führung aus – und gegen ein erneutes Duo. Indirekt sind das auch Absagen an Lars Klingbeil weiter an der Spitze. Wird so Schwesig die neue starke Frau der SPD?

Union fürchtet Kanzler-Sturz durch Schwesig

Anders als Klingbeil, der als Vizekanzler zusammen mit Merz diese Regierung führen muss, könnte Schwesig ihr eigenes Ding machen. Opposition in der Regierungspartei SPD sein. Schon bei der Rentenfrage gelang es ihr, mit einem Anti-Reform-Kurs gegen die in Berlin Stimmen zu gewinnen.

Laut „Bild“ fürchten viele in der Unions-Fraktion schon einen Kanzler-Sturz durch Schwesig. Nach ihren jüngsten scharfen Attacken gegen Merz nach dem Bas-Rücktritt (ihr Vorwurf: Der Kanzler habe sich „unmenschlich“ und „unanständig“ verhalten), ist sie für viele in der CDU/CSU-Fraktion ein rotes Tuch. Sie gilt als neue Strippenzieherin beim Koalitionspartner und könnte bei einem vorzeitigen Regierungs-Aus als Kanzlerkandidatin bei Neuwahlen antreten. Manche sorgen sich sogar vor Neuwahlen vor der NRW-Wahl – dann wäre Hendrik Wüst durch die Landtagswahl „gefangen“ und die Union ohne starken Kandidaten.

Allerdings: Das Beispiel Berlin zeigt aktuell, wie schwierig und kompliziert rot-rot-grüne Verhandlungen sind. Bislang scheiterten alle Überlegungen in diese Richtung auf Bundesebene an Fragen der Außenpolitik. Angesichts der massiven Aufrüstung der Bundeswehr, der NATO-Frontstellung gegen Russland und der militärischen Unterstützung der Ukraine erscheint ein Bündnis von SPD und Grünen mit der Linkspartei im Bund weiterhin unrealistisch.