Bei der Suche nach einem neuen Staatsoberhaupt zeichnet sich ein Konflikt zwischen den Unionsschwestern ab. Nach aktuellen Medienberichten weigert sich die CDU strikt, die CSU-Politikerin Ilse Aigner voreilig als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier zu küren.
Offenbar pocht die Führungsebene der Christdemokraten darauf, das höchste Amt im Staat mit eigenem Personal zu besetzen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ aus CDU-Parteikreisen erfuhr, gibt es dort eine klare Haltung in dieser Frage.
📌 Frauen an die Macht Erst 1961 berief Konrad Adenauer die erste Ministerin in sein Kabinett: Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) übernahm das neue Gesundheitsministerium. 1972 wurde die SPD-Politikerin Annemarie Renger die erste Bundestagspräsidentin. 1993 wurde Heide Simonis (SPD) die erste Ministerpräsidentin in der Bundesrepublik. 2005 bekam Deutschland mit Angela Merkel erstmals eine Bundeskanzlerin. Wird 2027 zum ersten Mal eine Bundespräsidentin ins Amt gewählt?
Merz will sich nicht von Söder treiben lassen
Auch die „Bild“-Zeitung greift diese Stimmungslage auf und berichtet von einem entsprechenden Selbstbewusstsein der Kanzlerpartei. Zwar bedeutet diese Haltung laut „FAZ“ noch keine endgültige Absage von CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz an die bayerische Landtagspräsidentin. Allerdings möchte der Parteivorsitzende in dieser wichtigen Personalie ganz offensichtlich nicht von der CSU getrieben werden.
Bislang hat Merz noch gar keine Entscheidung darüber gefällt, wen er für das Schloss Bellevue ins Rennen schicken möchte. Schon seit geraumer Zeit sehen viele Beobachter Aigner jedoch als heiße Anwärterin auf den Posten.
Brisante Konstellation für Söder
Auf dem derzeit stattfindenden CSU-Parteitag dürfte die Debatte um das höchste Staatsamt folglich breiten Raum einnehmen. Genau dort wird am Samstagmittag auch Friedrich Merz als Redner ans Pult treten. Am Freitag verkündete Söder in einer Rede: „Ich würde es ihr von Herzen gönnen, wenn Ilse Aigner die nächste Bundespräsidentin wird. Das wäre toll!“ Doch diese Entscheidung falle „woanders“.
Für CSU-Chef Markus Söder birgt die Personalie laut Bild zudem eine besondere strategische Brisanz. Sollte Aigner tatsächlich Bundespräsidentin werden, wäre eine mögliche Kanzlerkandidatur Söders endgültig vom Tisch. Schließlich gilt eine Doppelspitze aus zwei bayerischen CSU-Politikern an der Spitze des Staates als nahezu unvorstellbar.
Quelle: AFP
