Die AfD rückt der CDU in Hessen immer näher. Im aktuellen Hessentrend liegen die Christdemokraten nur noch zwei Prozentpunkte vor der Partei. Während die CDU deutlich an Zustimmung verliert, legt die AfD zu. Auch in anderen westdeutschen Bundesländern zeigt sich, wie eng die Kräfteverhältnisse inzwischen sind.
Für Ministerpräsident Boris Rhein kommt die Entwicklung zur Unzeit. Seine CDU stürzt im Vergleich zur Februar-Umfrage um sieben Prozentpunkte auf 25 Prozent ab. Die AfD gewinnt dagegen drei Punkte hinzu und erreicht 23 Prozent. Laut Hessischem Rundfunk ist der CDU-Wert der niedrigste seit Beginn dieser Umfragereihe.
📌 Hessen-Umfrage: Die wichtigsten Fakten 1.185 Befragte: Infratest dimap befragte Wahlberechtigte telefonisch und online. 4 Tage Befragung: Die Interviews fanden vom 19. bis 22. Oktober 2026 statt. Wahltermin 2028: Die nächste reguläre Landtagswahl in Hessen ist für 2028 vorgesehen.
Wo die AfD der CDU nahekommt
Wie die WELT berichtet, verliert auch die schwarz-rote Landesregierung an Rückhalt. 54 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit weniger oder gar nicht zufrieden. Bei der nächsten Landtagswahl 2028 dürfte die Stimmungslage deshalb besonders aufmerksam beobachtet werden.
Hessen steht mit dieser Entwicklung nicht allein da. In Baden-Württemberg kommen CDU und AfD laut einer Erhebung von Infratest dimap vom Oktober auf jeweils 23 Prozent. Die Grünen liegen dort mit 30 Prozent vorn. Das zeigt, wie unterschiedlich die Kräfteverhältnisse im Westen ausfallen können.
So sieht es in anderen Ländern aus
Auch in Nordrhein-Westfalen ist die AfD der CDU näher gekommen. Eine INSA-Umfrage vom 16. Oktober sieht die Christdemokraten bei 26 Prozent und die AfD bei 21 Prozent. In Niedersachsen liegen die Parteien mit 22 Prozent für die CDU und 21 Prozent für die AfD ebenfalls dicht beieinander.
In Rheinland-Pfalz erreicht die AfD laut einer Umfrage vom August 24 Prozent, die CDU kommt auf 28 Prozent. Bayern bildet ein anderes Bild: Dort liegt die CSU mit 36,5 Prozent deutlich vor der AfD mit 21,5 Prozent. Ein direkter Vergleich bleibt allerdings schwierig, weil die Erhebungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfanden.
AfD im Westen: Ein klarer Trend?
Der Überblick von DAWUM zeigt, dass die AfD in westdeutschen Ländern inzwischen häufig Werte um 20 Prozent oder darüber erreicht. Im Osten liegen die Umfragewerte vielfach noch deutlich höher. Die Unterschiede zwischen den Ländern bleiben jedoch groß.
Besonders auffällig ist der Blick nach Baden-Württemberg: Dort liegt die AfD in der aktuellen Erhebung gleichauf mit der CDU. In Hessen trennen beide Parteien nur zwei Punkte. Ob daraus ein dauerhafter Trend entsteht, lässt sich aus einzelnen Umfragen nicht sicher ableiten.
Die Ergebnisse sind Momentaufnahmen und keine Vorhersage für den Wahltag. Kleine Abstände können innerhalb der statistischen Schwankungsbreite liegen. Zudem unterscheiden sich die politischen Themen und die Ausgangslage von Bundesland zu Bundesland. Die aktuellen Zahlen zeigen dennoch, wie stark die CDU in Hessen unter Druck geraten ist. Zugleich rückt die AfD in mehreren westdeutschen Ländern näher an die Union heran.
