Geheimgespräche in Moskau: Mit diesen Mega-Deals will Putin Trumps Männer ködern

Mehr als viereinhalb Jahre nach dem Überfall auf die Ukraine ist kein Kriegsende in Sicht. Putin setzt nun offenbar auf Geschäfte, um die USA für sich zu gewinnen. Kurz vor den US-Zwischenwahlen haben die Amerikaner ihre Gespräche mit Russland wieder verstärkt.

Eine zentrale Rolle spielt ein Vertrauter des Kremlchefs. Er heißt Kirill Dmitrijew. Er soll Putins Angebote an die Amerikaner herantragen.

📌 Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Ukrainische Angriffe am 4. November könnten die Friedensgespräche belasten. Russland, die Ukraine und die USA könnten erneut verhandeln. Der ukrainische Präsident Selenskyj hofft auf Gespräche vom 6. bis 10. November in Abu Dhabi.

Lukrative Geschäfte nach einem Friedensvertrag

Die Gespräche drehen sich auch um Geschäfte nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags. Die „Financial Times“ berichtet von einer möglichen Zusammenarbeit amerikanischer und russischer Öl-Firmen auf der rohstoffreichen Insel Sachalin. Zudem könnten russische Öl-Lieferungen durch Pipelines nach Europa wieder starten.

Die Verhandler

Für die USA verhandeln der Immobilieninvestor Steve Witkoff und der Unternehmer Jared Kushner. Kushner ist Trumps Schwiegersohn. Auf russischer Seite sitzt ihnen der Investmentbanker Kirill Dmitrijew gegenüber.

Dmitrijew studierte in den USA. Er arbeitete bei Goldman Sachs in New York. 2011 wurde er Leiter des staatlichen russischen Anlagefonds. Er gilt als Vertrauter Putins.

Dmitrijews Taktik

Bei zahlreichen Treffen hat Dmitrijew offenbar ein gutes Verhältnis zu den US-Gesandten aufgebaut. Laut der französischen Zeitung „Le Monde“ wirbt er damit für den Deal „Frieden durch Geschäfte.“

Der russische Journalist Andrey Pertsev sagte der Zeitung: Dmitrijew habe „ein Verhandlungstalent entwickelt, das auf Manipulation beruht.“ Er habe immer genau das im Angebot, was die Gegenseite dringend benötigt. Zudem kenne er „die Vorliebe von Herrn Trump und seinen Gesandten für Megaprojekte.“

In Moskau werde Dmitrijew oft als „Clown“ beschrieben, berichtet „Le Monde“. Das hängt offenbar mit seinem Talent als Unterhalter zusammen. Er gewinnt die Gunst seiner Geschäftspartner mit größeren und kleineren Geschenken. In New York brachte er Witkoff und Kushner Schokolade mit dem Konterfei von Putin mit.

Was Russland erwartet

Im September 2026 waren die Amerikaner erneut in Moskau zu Gast. Dmitrijew führte sie laut Bericht persönlich durch die Stadt. Höhepunkt dürfte ein dreistündiges Mittagessen in einem edlen Restaurant gewesen sein. Auf dem Tisch standen Hummerschwänze und Kaviar.

Russland steht international unter Sanktionen. Den Quellen der „Financial Times“ zufolge setzt Moskau auf Anreize, um die Beziehungen zu den USA zu normalisieren.

Trump ging bereits Schritte in diese Richtung. Er erlaubte Russland den Import von Diesel in die USA. Das löste offensichtlich Entsetzen bei den Ukrainern aus. Zudem legte er ein neues Sanktionspaket kurz vor Inkrafttreten auf Eis.

Diese Entscheidungen fielen vor dem Hintergrund hoher Energiepreise in den USA. Hinzu kamen Trumps schlechte Umfragewerte und die nahen Zwischenwahlen am 3. November. Einst hatte Trump versprochen, den Ukrainekrieg in 24 Stunden zu beenden.

Sanktionen gegen Dmitrijews Fonds im Blick

Am Dienstag (27. Oktober) berichtete die „New York Times“ über Überlegungen in den USA. Demnach könnten die Sanktionen gegen den Staatsfonds enden, den Dmitrijew verwaltet.

Ob die US-Strategie den Konflikt löst, bleibt laut „Focus“ fraglich. Für Mitte November ist in Abu Dhabi ein Treffen amerikanischer, russischer und ukrainischer Delegationen angedacht. Die Positionen von Ukrainern und Russen liegen aber weit auseinander.

Der Kreml beharrt öffentlich darauf, die „Wurzeln“ des Konflikts müssten gelöst werden. Darunter versteht Moskau nach Interpretation des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) unter anderem die Abwicklung der Nato-Osterweiterung seit 1997.