Gesund einkaufen bei Lidl: Discounter schlägt sogar bekanntes Markenprodukt

Lidl hat einen Ruf als reiner Schnäppchen-Discounter längst abgelegt. Immer mehr Eigenmarken des Unternehmens holen bei unabhängigen Tests Bestnoten, gerade im Bereich Ernährung.

Wer wissen will, welche Lidl-Produkte tatsächlich gesund sind, findet inzwischen erstaunlich viele Kandidaten im Regal. Der Discounter setzt dabei auf Transparenz, Qualitätskontrolle und eine wissenschaftlich fundierte Nährwertkennzeichnung.

📌 Lidl Lidl wurde in den 1930er-Jahren in Ludwigshafen als Lebensmittel-Sortimentsgroßhandlung gegründet, die erste eigentliche Lidl-Filiale eröffnete 1973. Heute befindet sich die internationale Konzernzentrale in Neckarsulm. Lidl ist mittlerweile in rund 32 Ländern weltweit mit etwa 12.900 Filialen vertreten und beschäftigt insgesamt mehrere Hunderttausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit zählt der Discounter zu den größten Einzelhandelsunternehmen der Welt. Lidl gehört zur Schwarz Gruppe, zu der auch die Handelskette Kaufland zählt. Der Discounter setzt seit einigen Jahren verstärkt auf Nachhaltigkeits- und Gesundheitsziele, etwa die Reduktion von Zucker und Salz in Eigenmarkenprodukten sowie den Ausbau der Nutri-Score-Kennzeichnung.

Nutri-Score bringt Durchblick im Regal

Seit März 2021 kleben viele Lidl-Eigenmarken den Nutri-Score auf die Verpackung. Die Ampel-Kennzeichnung reicht von dunkelgrünem A bis dunkelorangem E und zeigt auf einen Blick, wie ausgewogen ein Produkt zusammengesetzt ist. Bewertet werden unter anderem Zucker-, Salz- und Fettgehalt sowie Ballaststoffe und Eiweiß.

Wichtig dabei: Der Vergleich funktioniert nur innerhalb einer Produktgruppe. Ein Joghurt lässt sich also nur sinnvoll mit einem anderen Joghurt vergleichen, nicht mit einer Pizza. Wie Lidl auf seiner Unternehmensseite erklärt, soll die Kennzeichnung Kunden helfen, bewusster einzukaufen, ohne Lebensmittel pauschal in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen.

Studentenfutter schlägt bekannte Markennamen

Ein aktuelles Beispiel sorgt gerade für Aufsehen. Ökotest hat 29 Studentenfutter-Mischungen im Labor geprüft, mit teils drastischen Ergebnissen. Ausgerechnet die günstige Lidl-Eigenmarke „Alesto Selection Studentenfutter Classic“ holte sich die Bestnote „Sehr gut“, während bekannte Markenprodukte durchfielen.

Wie „Merkur“ berichtet, blieb das Lidl-Produkt komplett frei von nachweisbaren Pestiziden, während ein bekanntes Markenprodukt mit neun verschiedenen Pestizid-Rückständen durch den Test fiel. Die Mischung aus Sultaninen, Mandeln, Walnüssen, Haselnüssen, Paranüssen und Cashewkernen liefert zudem 6,5 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm.

Bio-Agavendicksaft und Jodsalz überzeugen ebenfalls

Auch abseits der Nussmischung punktet Lidl bei Ökotest. Der „Maribel Bio Agavendicksaft“ erhielt ebenfalls die Bestnote „Sehr gut“. Ausschlaggebend war unter anderem, dass das Produkt komplett ohne Fremdzucker auskommt.

Das „Kania Jodsalz mit Fluorid“ erreichte immerhin ein „gutes“ Gesamtergebnis. Die Tester lobten die Inhaltsstoffe und den Fluorid-Zusatz, der zur Zahngesundheit beiträgt. Mit einem Preis von 29 Cent pro 500 Gramm bleibt das Salz zudem spürbar günstiger als viele Markenprodukte im Regal daneben.

Eigenmarken sind oft die bessere Wahl

Dass gerade Eigenmarken bei Tests so gut abschneiden, ist kein Zufall. Ernährungswissenschaftler Uwe Knop empfiehlt Verbrauchern grundsätzlich, bei Discountern und Supermärkten gezielt zu Eigenmarken zu greifen. Sie stammten qualitativ oft aus denselben Fabriken wie Markenware, seien aber deutlich günstiger.

Wie der Experte gegenüber „Focus Online“ erläutert, lohnt sich sogar ein Blick auf den Hersteller hinter der Verpackung. Wer zusätzlich auf Wochenprospekte und Saisonware achtet, kann laut Knop gesunde Ernährung auch mit kleinem Budget umsetzen, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen.

So erkennen Kunden gesunde Produkte selbst

Für den Einkauf im Alltag bleibt der Nutri-Score der einfachste Anhaltspunkt. Produkte mit A oder B liefern innerhalb ihrer Kategorie meist die ausgewogenere Nährwertzusammensetzung. Zusätzlich lohnt ein Blick auf die Zutatenliste, besonders bei verarbeiteten Lebensmitteln.

Wer ganz sicher gehen will, orientiert sich an aktuellen Testergebnissen unabhängiger Institute wie Ökotest oder Stiftung Warentest. Gerade bei Lidl zeigt sich: Ein niedriger Preis schließt hohe Qualität keineswegs aus. Im Gegenteil, bei mehreren Eigenmarken übertrifft der Discounter inzwischen etablierte Markenware.

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