Mit seiner Stimmabgabe bei der russischen Parlamentswahl wollte Wladimir Putin offenbar Fortschritt und Digitalisierung demonstrieren. Stattdessen sorgt nun unter anderem ein technisches Detail für Diskussionen, wie „Bild“ berichtet. Auf Aufnahmen des Kremls ist auf dem Computerbildschirm des russischen Präsidenten ein Hinweis zu erkennen, der normalerweise erscheint, wenn Windows nicht aktiviert wurde.
Ob auf dem genutzten Rechner tatsächlich ein Aktivierungsproblem vorlag, lässt sich anhand des veröffentlichten Videos nicht überprüfen. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich die Bilder dennoch schnell und sorgten für zahlreiche Reaktionen. Der vermeintliche Windows-Hinweis blieb dabei allerdings nicht die einzige Auffälligkeit, die Nutzern ins Auge fiel.
📌 Duma-Wahl Rekordergebnis für Putins Partei: Die Kreml-Partei Geeintes Russland kommt laut vorläufigem Ergebnis auf 355 der 450 Sitze in der Staatsduma. Damit erzielt sie ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Parlamentswahl. Kaum echte Opposition: Insgesamt waren elf Parteien zugelassen. Die kremlkritische und kriegsablehnende Partei Jabloko wurde jedoch noch vor der Wahl von der Wahlliste gestrichen. Vorwürfe rund um die Abstimmung: Beobachter berichteten von Behinderungen in den Wahllokalen. Zudem soll es Berichten zufolge Druck auf Beschäftigte staatlicher Unternehmen und Studenten gegeben haben, an der Wahl teilzunehmen.
US-Technik auf Putins Schreibtisch
Beobachtern fiel zudem auf, dass auf Putins Schreibtisch ein Monitor des US-Unternehmens Dell steht. Das wirkt bemerkenswert, weil sich zahlreiche westliche Technologiekonzerne nach Beginn des Ukraine-Kriegs weitgehend aus Russland zurückgezogen haben. Offiziell setzt Moskau zudem seit Jahren auf eine stärkere Nutzung heimischer Technik.
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Warum bei einem derart öffentlichkeitswirksamen Auftritt dennoch ein Gerät eines amerikanischen Herstellers zu sehen war, bleibt offen. Möglich wäre, dass es sich um ältere Hardware handelt, die bereits vor dem Rückzug des Unternehmens angeschafft wurde. Ebenso denkbar ist, dass die Technik über Zwischenhändler ins Land gelangte.
Der Kreml-Auftritt wirft weitere Fragen auf
Nicht nur die sichtbare Technik rückte in den Fokus. Auch die Art, wie Putin mit dem Computer umging, wurde in den sozialen Medien ausführlich kommentiert. Der Präsident wirkte auf den Aufnahmen ungewohnt vorsichtig und nahm sich für einzelne Schritte auffallend viel Zeit.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt eine Szene nach der Stimmabgabe. Dort richtet Putin noch einige Worte an den Rechner, was im Netz zahlreiche Reaktionen auslöste. Manche Nutzer werteten die Sequenz als kuriose Randnotiz, andere stellten die Frage, wie spontan der gesamte Ablauf tatsächlich war.
Ob die Spekulationen berechtigt sind, lässt sich nicht nachweisen. Fest steht jedoch, dass der eigentliche Zweck des Videos inzwischen in den Hintergrund geraten ist. Statt über die Wahl oder digitale Angebote des Staates wird vor allem über einen Windows-Hinweis, einen US-Monitor und einen ungewöhnlichen Auftritt des Kremlchefs gesprochen. Für eine Inszenierung, die Fortschritt vermitteln sollte, dürfte das kaum das gewünschte Ergebnis gewesen sein.
