Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine ist Außenminister Johann Wadephul in Kiew eingetroffen. Die aus Sicherheitsgründen geheim gehaltene Reise erfolgte mit einem Sonderzug. Vor Ort will der CDU-Politiker der ukrainischen Führung die anhaltende Unterstützung Deutschlands versichern.
Gleich nach seiner Ankunft fand der Minister deutliche Worte. „Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen“, betonte Wadephul. Er warf Moskau vor, gezielt die Energieinfrastruktur zu zerstören und Zivilisten zu ermorden. Eine knallharte Ansage an Putin und den Kreml!
📌 Ukraine-Krieg Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann historisch mit der Annexion der Krim im Jahr 2014 und eskalierte am 24. Februar 2022 zu einer völkerrechtswidrigen, großflächigen Invasion. Der Konflikt hat sich zu einem festgefahrenen, verlustreichen Abnutzungskrieg entwickelt. Schätzungen von Geheimdiensten gehen auf beiden Seiten von jeweils mehreren hunderttausend verletzten oder getöteten Soldaten aus.
Tödlichste Monate im Kriegsgebiet
Für die ukrainische Zivilbevölkerung waren Juli und August die schlimmsten Monate seit mehr als vier Jahren. „Nie vorher feuerte Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland ab“, erklärte der Außenminister. Deutschland investiert derzeit massiv in die militärische Hilfe und plant für den Winter weitere Unterstützung.
Durch diesen Druck hofft die Bundesregierung, Bewegung in mögliche Verhandlungen zu bringen. „Dass die Ukraine mit internationaler Unterstützung den längeren Atem hat und dass eine Fortführung des Krieges Russland nur weiter in den wirtschaftlichen Ruin führt, wird immer mehr Menschen in Russland klar“, sagte Wadephul.
Verheerende Angriffe im Hinterland
Da sich an der Frontlinie derzeit wenig bewegt, intensivieren beide Kriegsparteien ihre Luftangriffe. Während die Ukraine russische Rüstungsfabriken attackiert, stehen die ukrainischen Streitkräfte ballistischen Raketenangriffen oft hilflos gegenüber. Ungehindert schlagen russische Geschosse rund um Kiew ein.
Kurz vor der Ankunft Wadephuls traf eine russische Drohne ein Einkaufszentrum in der Großstadt Krywyj Rih. Laut der Militärverwaltung starben dabei mindestens 14 Menschen, über hundert weitere Personen erlitten Verletzungen.
Dringender Appell an Verbündete
Angesichts dieser Attacken wandte sich Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag an die Verbündeten. „Es sind Raketen für Patriots nötig, das können nur unsere Partner bereitstellen“, betonte der Staatschef in einer Videoansprache. Dabei stellte er klar, dass sein Land die Waffen regulär kaufen wolle.
Ein Experte wurde erst kürzlich ebenfalls zum Thema Russland und Putin deutlich – er spricht sogar von „Vergeltung“.
