Nach dem Wahlsieg in Berlin macht die Linke den nächsten Schritt zur Macht. Die Delegierten stimmten auf einem Parteitag am Freitagabend mit breiter Mehrheit für Sondierungsgespräche. Als Wunschpartner hat die Parteispitze dabei die Grünen und die SPD im Visier. Nun wollen die Politiker ausloten, ob eine Basis für spätere Koalitionsverhandlungen existiert.
Schon in der kommenden Woche könnten die ersten Treffen starten. Bislang stehen allerdings noch keine konkreten Termine fest. Dem Vernehmen nach plant die Linke zunächst getrennte Runden mit den Vertretern der anderen Parteien. Erst im Anschluss sollen die Gespräche in einem Dreierformat weitergehen. Ihre offiziellen Einladungen will die Führung nun zeitnah verschicken.
📌 Die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin Bei der Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026 gab es eine historische Verschiebung in der politischen Landschaft der Hauptstadt. Die Linke ging mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen als klarer Wahlsieger hervor. Die zuvor regierende CDU verzeichnete hingegen deutliche Verluste.
Skepsis bei den Wunschpartnern
Trotz einiger Bedenken stoßen die Pläne bei den Grünen und der SPD voraussichtlich auf offene Ohren. Laut einer Sprecherin hat der grüne Landesvorstand bereits beschlossen, an den Sondierungen teilzunehmen. Auch SPD-Landeschef Steffen Krach signalisierte am Donnerstag grundsätzliche Bereitschaft für erste Gespräche. Er betonte jedoch, dass daraus nicht automatisch feste Koalitionsverhandlungen entstehen müssen. In beiden Lagern herrscht weiterhin eine spürbare Skepsis gegenüber der Linken.
Seit dem Wahlsonntag sorgt die Siegerpartei bundesweit für heftige Diskussionen. Im Zentrum der Kritik stehen der Umgang mit Antisemitismus sowie umstrittene Kontakte ins Clan-Milieu. Diese Debatten wecken bei den möglichen Koalitionspartnern große Sorgen. Grüne und SPD forderten daher umgehend eine klare Positionierung. Die Linke müsse unmissverständlich zeigen, dass sie sich gegen Antisemitismus richtet und jüdisches Leben schützt.
Umstrittene Gäste auf der Wahlparty
Spitzenkandidatin Elif Eralp und die Bundesführung wiesen die Vorwürfe zuletzt mehrfach zurück. Auf dem Parteitag bekräftigte Eralp diese Haltung erneut vor ihren Anhängern. Dennoch stehen Teile der Berliner Linken wegen ihrer Ansichten zum Nahostkonflikt schon länger im Kreuzfeuer der Kritik. Besonders eine Wahlparty des Kreisverbands Neukölln sorgte am Sonntagabend für massiven Wirbel. Dort tauchten neben einem propalästinensischen Aktivisten auch eine bekannte Clan-Größe als Gäste auf.
Bei der Abstimmung am Sonntag sicherte sich die Linke mit 25,7 Prozent souverän den ersten Platz. Dahinter landeten die CDU mit 18,8 Prozent und die AfD mit 16,3 Prozent. Die Grünen erreichten 14,3 Prozent, während die SPD auf 12,1 Prozent abrutschte. Bislang führte ein Senat aus CDU und SPD die Hauptstadt. Nach der Wahl reicht es nun jedoch nur noch für Dreierbündnisse.
