Selenskyj zerlegt Putin-Fans, die ihn anpöbelten: „Komme mit einer Rakete“

Ein Video sorgt im Zusammenhang mit dem Auftritt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei den Vereinten Nationen für Aufmerksamkeit. Darin ist zu sehen, wie russische Propagandisten Selenskyj zurufen, wann er nach Moskau komme.

Selenskyj war am Mittwoch (23. September) zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York gereist. In seiner Rede forderte der ukrainische Präsident die internationale Gemeinschaft dazu auf, Russlands Einnahmen weiter zu begrenzen. Damit soll die Finanzierung des Krieges erschwert werden. Russland dürfe durch Handel nicht zusätzliche Einnahmen erhalten, die den Krieg verlängerten, sagte Selenskyj.

📌 Der aktuelle Stand im Ukraine-Krieg Ukrainische Drohnen richten sich zunehmend gegen russische Ölraffinerien und andere Energieanlagen. Kiew will damit unter anderem Russlands Einnahmen und dessen Fähigkeit zur Kriegsführung beeinträchtigen. Im Gespräch sind unter anderem Vereinbarungen über einen Stopp von Angriffen auf Energieanlagen sowie über Getreide- und Schiffsverkehr im Schwarzen Meer. Eine umfassende Waffenruhe gibt es bislang nicht. Außenminister Sergej Lawrow erklärte, Moskau sei zu Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden bereit, lehne aber eine vorübergehende Einstellung der Kämpfe ab.

Selenskyj antwortet auf Russisch

In dem Video ist zu sehen, wie Selenskyj auf die wiederholte Frage „Wann kommst du nach Moskau?“ auf Russisch knapp: „[Ich komme] mit einer Rakete.“ antwortet. Diese Auseinandersetzung fand am Rande der UN-Generalversammlung statt und verbreitete sich seitdem rasant im Netz.

In seiner Rede sprach Selenskyj ausführlicher über den Krieg und die finanziellen Mittel Russlands. Nach seinen Angaben hat Russland allein in diesem Jahr bereits 63.000 Angriffsdrohnen gegen die Ukraine eingesetzt. Die „Rheinische Post“ berichtet von seinen Forderungen an andere Staaten, Russland sowohl finanzielle Mittel als auch ausländische Kämpfer zu entziehen. „Begrenzen Sie sein Geld. Begrenzen Sie diesen Krieg“, sagte Selenskyj.

Unterschiedliche Aussagen zu einer möglichen Waffenruhe

Parallel zu Selenskyjs Auftritt traf US-Außenminister Marco Rubio am Rande der UN-Generalversammlung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zusammen. Rubio erklärte anschließend, beide Seiten hätten Interesse an einer begrenzten Waffenruhe signalisiert, die unter anderem Angriffe auf Energieanlagen und Getreidelieferungen betreffen könnte.

Lawrow erklärte dagegen vor dem UN-Sicherheitsrat, Russland sei zwar zu Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden bereit, werde seine militärischen Aktivitäten aber nicht pausieren. Eine solche Pause würde aus russischer Sicht den Unterstützern der Ukraine lediglich Zeit geben, weitere Waffen zu liefern.