Als direkte Antwort auf Strafmaßnahmen aus Berlin greift die russische Regierung hart durch. Das Außenministerium in Moskau ordnete die Schließung aller Goethe-Institute im Land an. Bis zum 13. September müssen die betroffenen Mitarbeiter das russische Staatsgebiet verlassen.
Zusätzlich trifft es die diplomatische Vertretung in St. Petersburg. Dort muss das deutsche Generalkonsulat seine Arbeit einstellen, und das Personal hat bis zum 18. September Zeit für die Ausreise. Zuvor hatte die Bundesregierung das Ende des Russischen Hauses in Berlin und des Konsulats in Bonn verkündet.
📌 Drohnen in Leipzig Der Vorfall (4. August 2026): Am Flughafen Leipzig/Halle wurde eine mit Sprengstoff präparierte Drohne direkt bei geparkten ukrainischen Antonov-Frachtmaschinen entdeckt. Der Sprengsatz detonierte wegen eines technischen Defekts nicht. Folgen: Die Drohnensichtungen führten zu einer stundenlangen Sperrung des Flugbetriebs, wodurch zahlreiche Fracht- und Passagierflüge umgeleitet oder verspätet wurden. Ermittlungen wegen Terrorverdachts: Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und prüft mögliche Sabotage- oder Spionagehintergründe.
Streit um Drohnen am Flughafen Leipzig
Auslöser für die Krise ist ein Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle. Anfang August entdeckten Ermittler dort eine mit Sprengstoff beladene Drohne nahe einem ukrainischen Transportflugzeug. Eine Detonation blieb aus, später tauchten zwei weitere Drohnen auf dem Gelände auf.
Nach vierwöchiger Untersuchung machte die Bundesregierung Anfang September russische Geheimdienste für den versuchten Anschlag verantwortlich. Berlin sieht sich wegen der Ukraine-Hilfe im Visier verdeckter Operationen. Moskau weist jegliche Verwicklung in die Vorfälle kategorisch zurück.
Scharfe Worte aus dem Kreml
Wladimir Putin bezeichnete die deutschen Sanktionen als einen «schweren Fehler» und sprach von gefälschten Beweisen. Außenminister Sergej Lawrow nannte die Vorwürfe aus Berlin gar den «Beginn eines echten Krieges». Die Schließung der Einrichtungen erinnere ihn an den Start des Zweiten Weltkriegs.
Auf der Website der Sendung «Westi» wurde Lawrow zitiert, die Deutschen wollten offenbar wieder Krieg. Das russische Außenamt erklärte zudem, die deutschen Behörden hätten «eine weitere Eskalationsstufe in den bilateralen Beziehungen» ausgelöst. Die Verantwortung liege nun «voll und ganz» bei der Bundesregierung.
Lange Vorgeschichte der diplomatischen Eiszeit
Bereits 2023 kam es zu massiven gegenseitigen Einschränkungen. Damals untersagte die Bundesregierung den Betrieb von vier der fünf russischen Generalkonsulate in Deutschland. Vorausgegangen war eine Entscheidung Moskaus, die Anzahl der deutschen Staatsbediensteten auf 350 Personen zu deckeln.
Als Reaktion schloss Deutschland seine Generalkonsulate in Kaliningrad, Jekaterinburg und Nowosibirsk aus Gründen der Gegenseitigkeit. Zuvor hatte Russland Hunderte deutsche Diplomaten und Lehrkräfte zur Ausreise gezwungen, wodurch konsularische Dienste stark eingeschränkt wurden und mit langen Wartezeiten verbunden waren.
