Kunden treffen Fleisch-Entscheidung bei Rewe, Lidl und Co. – Zahlen zeigen es eindeutig

In deutschen Schlachthöfen liefen in den ersten sechs Monaten des Jahres spürbar weniger Tiere vom Band. Insgesamt stellten die gewerblichen Betriebe knapp 3,4 Millionen Tonnen Fleisch her. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts entspricht dies einem Rückgang von 0,4 Prozent oder 14.700 Tonnen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Besonders hart traf es dabei einen bestimmten Sektor der Lebensmittelindustrie. Mit einem Minus von 3,2 Prozent stürzte die Produktion von Geflügelfleisch auf 755.000 Tonnen ab. Einen derart niedrigen Wert verzeichneten die Statistiker zuletzt im ersten Halbjahr 2017. Diese Entwicklung zeigt starke Veränderungen zu 2025.

📌 Fleischkonsum in Deutschland 2025 Der Pro-Kopf-Fleischverzehr in Deutschland stieg 2025 auf durchschnittlich 54,9 Kilogramm, das sind 1,4 Kilogramm mehr als 2024. Geflügelfleisch erreichte 2025 mit 14,7 Kilogramm pro Person einen neuen Höchststand und macht damit rund 27 Prozent des gesamten Fleischverzehrs aus. Schweinefleisch bleibt mit 28,3 Kilogramm pro Kopf weiterhin die meistverzehrte Fleischsorte in Deutschland. Die inländische Fleischproduktion (Schlachtmenge) sank 2025 leicht um 0,3 Prozent auf rund 7,3 Millionen Tonnen Schlachtgewicht, wobei rückläufige Rinderschlachtungen eine wesentliche Rolle spielten. Insgesamt wurden 2025 etwa 48,5 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie rund 697,3 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet.

Tierseuchen als möglicher Auslöser

Verschiedene Tierseuchen gelten als wahrscheinlicher Grund für diesen drastischen Schwund in den Beständen. Auf Anfrage teilte das Friedrich-Loeffler-Institut allerdings mit, dass aktuell noch belastbare Daten zu den genauen Ursachen fehlen. Dennoch mussten im Frühjahr wegen eines Ausbruchs der Newcastle-Krankheit rund 4,9 Millionen Masthühner und Legehennen getötet sowie unschädlich beseitigt werden.

Laut einer Sprecherin betraf diese drastische Maßnahme auch die Elterntierherden von sogenannten Broilern. Bereits im Jahr 2025 grassierte zudem die Vogelgrippe mit zahlreichen Ausbrüchen in den Ställen. Insgesamt ließen die Betriebe im vergangenen Halbjahr 343,2 Millionen Tiere verschiedener Geflügelarten schlachten. Die Tierseuchen dürften auch die Kunden beim Gang in den Supermarkt beeinflusst haben.

Schlagzeilen über Tierseuchen könnten viele Verbraucherinnen und Verbraucher verunsichert und im Handel, wie bei Rewe, Lidl und anderen Supermärkten, zu einer bewussten Kaufzurückhaltung bei Fleischprodukten geführt haben. Gerade beim Geflügelfleisch wäre dieses Szenario denkbar.

Schweinefleisch bleibt unangefochten an der Spitze

Während das Geflügel schwächelt, entwickelte sich die Produktion von Schweinefleisch sogar leicht nach oben. Mit einem gewaltigen Mengenanteil von 63,7 Prozent dominiert das Schwein weiterhin unangefochten die deutsche Fleischproduktion. Dafür töteten die Schlachter im ersten Halbjahr exakt 22,2 Millionen Schweine.

Beim Rindfleisch verzeichneten die Behörden hingegen einen minimalen Rückgang von 0,1 Prozent bei insgesamt 1,4 Millionen geschlachteten Rindern. Eine absolute Nebenrolle spielen weiterhin Schafe, Ziegen und Pferde. Zusammen kommen diese Tierarten auf einen verschwindend geringen Anteil von lediglich 0,3 Prozent der gesamten Fleischproduktion.

In diesem Supermarkt wird die Fleischtheke für viele Kunden immer attraktiver als der Gang zum Metzger.