Ganze 23 Tage lang verschwand Friedrich Merz von der Bildfläche. Trotz extremer Hitze, brennender Wälder und einer mysteriösen Sprengstoff-Drohne über dem Leipziger Flughafen zog der Bundeskanzler seine Sommerpause durch. Am Samstag (22. August) meldete er sich im Krisengebiet in der Eifel zurück, um den Einsatzkräften zu danken. Ohne das Zusammenspiel der Helfer „wäre das nicht so glimpflich ausgegangen“, betonte er.
Ab Montag (24. August) holt ihn in Berlin der harte Regierungsalltag ein. Laut einer YouGov-Umfrage zweifeln 54 Prozent der Deutschen daran, dass er bis zur Wahl 2029 im Amt bleibt. Nur 29 Prozent trauen ihm die volle Amtszeit zu.
Tiefe Risse in der Partei und düstere Aussichten
Kurz vor dem Urlaub hatte der CDU-Chef für Wirbel gesorgt. Nach dem Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn peitschte er rasch acht Personalwechsel durch. Der Bremer CDU-Landeschef Heiko Strohmann warf ihm an den Kopf: „Sie leiten hier keine Firma, sondern eine Partei.“ Ob sich die Lage beruhigt hat, zeigt das Parteipräsidium am Montag. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder kritisierte die Kabinettsumbildung zuletzt scharf. Zugute kommt Merz nur die wachsende Nervosität der SPD vor der Kabinettsklausur.
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Im September stehen zudem brisante Landtagswahlen an. Verliert die CDU ihre Ministerpräsidenten in Berlin und Sachsen-Anhalt, drohen schwierige Bündnisse mit der Linken, um die AfD von der Macht fernzuhalten. Da seine Beliebtheitswerte im Keller sind, muss der Kanzler für mögliche Pleiten allein geradestehen.
Rentenpläne auf der Kippe
Die schwarz-rote Regierung braucht dringend Erfolge. Doch drei ostdeutsche Ministerpräsidenten wehren sich gegen das Aus der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Der Kanzler und die Arbeitsministerin Bärbel Bas betrachten das Paket als unveränderbar. In der „Bild am Sonntag“ forderte der Regierungschef: „Jetzt müssen sie so schnell wie möglich umgesetzt werden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.“ Auf der Kabinettsklausur will er Stärke demonstrieren. Er stellt klar: „Die Bundesregierung lässt sich nicht von ihrem Kurs abbringen, wir wissen, was richtig und gut ist für das Land.“
