Trumps abgedrehte Show bei der UN: „Etwas, das Hitler getan hätte“

Donald Trump nutzte seinen Auftritt bei der UN-Generaldebatte am 22. September für eine ungewöhnliche Mischung aus Selbstlob, Drohungen und Angriffen. Besonders seine Aussagen über Iran, den Internationalen Strafgerichtshof und künstliche Intelligenz sorgten für Aufsehen. Auch außerhalb des Saals fielen die Reaktionen entsprechend scharf aus.

Schon während seiner Rede entstanden ungewöhnliche Szenen. Trump erklärte, Amerika sei stärker als je zuvor, und wartete anschließend auf Reaktionen aus dem Saal. Der X-Account „Headquarters“ kommentierte den Moment mit den Worten: „Trump wartet bei der UN auf Applaus, bekommt aber keinen.“

📌 Trumps UN-Auftritt 2026 Rede: Trump sprach am 22. September 2026 vor der 81. UN-Generalversammlung in New York. Dauer: Seine Ansprache dauerte laut Reuters rund 37 Minuten. KI-Begriff: „Superintelligenz“ ist bereits ein etablierter Begriff für hypothetische Maschinenintelligenz, die menschliche Fähigkeiten übertrifft. ICC: Die USA gehören nicht zu den Vertragsstaaten des Römischen Statuts und sind damit kein Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs. CNN: Der Sender berichtete trotz eines damaligen Konflikts mit dem Weißen Haus über Trumps UN-Auftritt.

Trump droht Iran mit Vernichtung

Besonders drastisch wurde Trump beim Thema Iran. Er stellte eine mögliche Vereinbarung mit Teheran einer militärischen Eskalation gegenüber. „Soll ich die Islamische Republik vernichten – und zwar schnell?“, fragte der US-Präsident.

Anschließend legte Trump noch nach: „Soll ich sie zur Hölle schicken?“ Reuters bestätigte die Aussagen in seinem Bericht über die 37-minütige Rede. Trump erklärte zugleich, er hoffe nach den US-Midterms auf eine Einigung mit Iran. Die Wortwahl sorgte auch auf X für heftige Reaktionen. Der Account „Lucas Sanders“ verbreitete genau dieses Zitat und stellte es in den Mittelpunkt seines Beitrags.

Angriff auf den Strafgerichtshof

Auch der Internationale Strafgerichtshof bekam Trumps Wut zu spüren. Der Präsident bezeichnete das Gericht als „böse Gruppe von Menschen“ und als „illegitime Institution“. Zudem forderte er die Mitgliedstaaten zum Austritt auf.

Der X-Account Brian Krassenstein reagierte besonders scharf und bezeichnete Trumps Aussagen als „abscheulich“ und meint abschließend: „Das ist etwas, das Hitler getan hätte.“

Trump begründete seine Attacke mit seiner grundsätzlichen Ablehnung internationaler Strafverfolgung amerikanischer Soldaten. Reuters berichtet ebenfalls über seine Forderung, alle Mitgliedstaaten sollten aus dem Gericht austreten.

Künstliche Intelligenz wird plötzlich „Superintelligenz“

Für einen weiteren bizarren Moment sorgte Trump beim Thema künstliche Intelligenz. Er erklärte, die USA würden den Begriff „Künstliche Intelligenz“ künftig durch „Superintelligenz“ ersetzen. Das Wort „künstlich“ klinge für ihn nach etwas Unechtem.

„Von diesem Zeitpunkt an werden alle Dokumente der Vereinigten Staaten und hoffentlich auch die der Welt geändert“, erklärte Trump. Das Weiße Haus veröffentlichte die entsprechende Passage anschließend ebenfalls in seiner Zusammenfassung der Rede.

Der X-Account „Republicans against Trump“ griff genau diesen Satz auf und kommentierte ihn mit „Das ist Realsatire“. Trumps Ankündigung war tatsächlich Teil seiner offiziellen UN-Rede. Unklar bleibt allerdings, wie weit diese angekündigte Umbenennung praktisch umgesetzt werden soll.

Dann gerät auch CNN ins Visier

Für Aufsehen sorgte bereits vor der Rede eine Szene mit CNN-Reporterin Kaitlan Collins. Trump zeigte sich überrascht, dass CNN über seinen Auftritt berichtete. Er sagte ihr, sie solle nicht dort sein. Collins antwortete trocken: „Die Vereinten Nationen haben uns hereingelassen, Sir.“

Der kurze Wortwechsel verbreitete sich anschließend in sozialen Netzwerken. Mehrere Medien berichteten über die Szene. Der X-Account „Call to Activism“ feierte Collins‘ Antwort anschließend als besonders gelungen.

Trump nutzte die Bühne insgesamt stark zur Darstellung seiner eigenen politischen Bilanz. Er verwies auf seine außenpolitischen Erfolge und erklärte, er habe mehrere Konflikte beendet. Beim Krieg zwischen Russland und der Ukraine zeigte er sich ebenfalls überzeugt, bald eine Lösung erreichen zu können. Gleichzeitig griff Trump internationale Institutionen an und stellte seine Vorstellung amerikanischer Souveränität heraus.