Deutschlands Gesellschaft ist enorm polarisiert, insbesondere nach den Corona-Jahren und seit dem Aufstieg der AfD zur stärksten politischen Kraft in Umfragen und bei manchen Landtagswahlen. Gleichzeitig konnte Die Linke zulegen und sich im zweistelligen Bereich stabilisieren. Doch bei einer Frage herrscht in Deutschland weitreichend Einigkeit.
Es geht um Trump und das, was sich in der US-Demokratie abspielt. In der Einschätzung gibt es von ganz rechts bis weit links viel Übereinstimmung.
📌 Fakten zu Antiamerikanismus Ablehnende bis feindliche Haltung gegenüber Politik, Kultur, Gesellschaft und Werten der USA Es wird die US-amerikanische Popkultur (Hollywood, Fast Food etc.) kritisch gesehen, weil sie traditionelle regionale Kulturen verdrängt. Hinzu kommt die wirtschaftliche und militärische Dominanz der USA („Weltpolizei“). Hierbei wird den Vereinigten Staaten auch Doppelmoral vorgeworfen, etwa bei der Verteidigung von Freiheit und Menschenrechten und der Verfolgung eigener Interessen (Öl).
Trump komplett unbeliebt in Deutschland
Demnach blickt die klare Mehrheit der Deutschen vor den US-Midterms am 3. November mit Ablehnung und Misstrauen auf die USA. Das ergab eine Erhebung von Ipsos im Auftrag des Magazins „Spiegel„.
So sagen 73 Prozent der Befragten, dass sie die US-Demokratie nicht als Vorbild für die Bundesrepublik Deutschland ansehen. Besonders ablehnend äußern sich Anhänger der Linkspartei. Hier lehnen 93 Prozent ab, die US-amerikanische Demokratie als Leitbild anzusehen. Doch auch bei AfD-Anhängern sehen nur 22 Prozent etwas Vorbildhaftes im US-Kongress. Weitaus mehr als bei anderen Parteien geben sich viele der AfD-Unterstützer (32 Prozent) allerdings neutral.
Komplett unten durch ist derweil US-Präsident Donald Trump bei den Deutschen. 79 Prozent der von Ipsos Befragten gaben an, dass der Präsident nichts zum Positiven verändert in den USA. Lediglich 8 Prozent stellen Trump ein positives Zeugnis aus. Weiter meinen nur 10 Prozent, dass die Merz-Regierung und die Trump-Administration dieselben grundsätzlichen Werte vertreten.
USA und Deutschland: So fremd wie lange nicht mehr
Die Distanz zwischen Deutschland und den USA wird größer. Immer mehr Menschen in Deutschland fremdeln mit den USA, die zum zweiten Mal Donald Trump ins Weiße Haus gewählt haben. Auch wenn AfD-Wähler noch das größte Verständnis für Trump und die US-Demokratie aufbringen, ist auch bei ihnen die Distanz zu Washington groß. In dieser Frage sind sich die Lager in Deutschland einig.
