Hinter verschlossenen Türen hat Friedrich Merz eine wegweisende Entscheidung getroffen. Auf einer nicht-öffentlichen Konferenz der CDU-Kreisvorsitzenden in Berlin äußerte sich der Kanzler zur Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier. Bislang hielt er sich bei diesem Thema stark zurück.
Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern schließt der CDU-Chef männliche Bewerber komplett aus. Wörtlich erklärte Merz: „Ich werde der Partei eine gemeinsame Kandidatin vorschlagen, eine Kandidatin der politischen Mitte. Ich bin festgelegt, in der Frage, dass es eine Frau werden muss“.
Machtkampf um das Vorschlagsrecht in der Union
Die CSU hat mit der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner bereits eine klare Favoritin. Für sie signalisierten sogar Teile der SPD und der Grünen Unterstützung. Merz pocht jedoch auf den Führungsanspruch seiner Partei.
Als stärkste Kraft in der Bundesversammlung liege das Vorschlagsrecht eindeutig bei der CDU. Dieses Gremium tritt am 30. Januar zusammen, um über das höchste Staatsamt abzustimmen.
Prominente Namen auf der Liste der Anwärterinnen
In der CDU kursieren nun verschiedene Namen von Spitzenpolitikerinnen. Als mögliche Kandidatinnen gelten Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien und die hessische Fraktionsvorsitzende Ines Claus. Auch Ex-Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer steht auf der Liste.
Für mehrere hochrangige Männer platzt durch diese Festlegung der Traum vom Schloss Bellevue. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein dürfte nun ebenso chancenlos sein wie Verfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth und dessen Vorgänger Udo di Fabio.
Suche nach einer gemeinsamen Linie
Gemeinsam verfügen Union und SPD in der Bundesversammlung über eine Mehrheit von rund 50 Stimmen. Die Versammlung besteht aus 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Länder-Wahlleuten. Merz plant, auch die Grünen in die Suche einzubinden.
Am kommenden Montag könnte in der Sitzung der CDU-Gremien eine Vorentscheidung fallen. Bis dahin möchte Merz Gespräche mit den CDU-Landesvorsitzenden sowie der CSU-Spitze führen. Das erklärte Ziel bleibt ein gemeinsamer Personalvorschlag der Unionsparteien.
Quelle: dpa
