Pest-Ausbruch in Putins Russland? Trump spricht nur von „Lungenentzündung“

Der mögliche Ausbruch der Lungenpest in Russland hat sein erstes Opfer gefordert. In der sibirischen Region Irkutsk ist eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Instituts zur Erforschung und Bekämpfung der Pest gestorben. Unklar ist bislang, woran die Frau tatsächlich starb. Russische Behörden weisen Berichte über einen Pestfall zurück und sprechen von einer Lungenentzündung unbekannter Ursache.

US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, die USA würden die Situation genau beobachten und Russland im Fall eines Problems helfen. Auch US-Außenminister Marco Rubio sagte, Washington verfolge die Entwicklung aufmerksam.

📌 Die Lungenpest Die Lungenpest ist die schwerste und als einzige direkt von Mensch zu Mensch übertragbare Form der Pest, die durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Die Lungenpest wird primär durch Tröpfcheninfektion (beim Husten oder Niesen von erkrankten Personen) in der Luft übertragen. Die Inkubationszeit ist bei der Lungenpest sehr kurz und beträgt in der Regel nur 1 bis 3 Tage. Die Symptome sind eine schnelle Atmung, Atemnot, Brustschmerzen, Husten sowie blutiges oder eitriges Sputum (Auswurf). Ohne rechtzeitige Behandlung verläuft die primäre Lungenpest innerhalb von 24 bis 72 Stunden fast immer tödlich.

Labormitarbeiterin stirbt in Sibirien

Die Frau arbeitete am Anti-Pest-Forschungsinstitut in der Stadt Schelechow in der Region Irkutsk. Medienberichten zufolge soll sie möglicherweise mit dem Erreger der Lungenpest in Kontakt gekommen sein. Berichte über ein zerbrochenes Reagenzglas und eine mögliche Ansteckung sind bislang allerdings nicht offiziell bestätigt. Die Berliner Morgenpost berichtet, dass nach ihrem Tod etwa 200 Kontaktpersonen untersucht und teilweise unter Beobachtung beziehungsweise Quarantäne gestellt wurden.

Die russische Gesundheitsaufsicht Rospotrebnadzor betont dagegen, dass bei Untersuchungen keine Mikroorganismen nachgewiesen worden seien, die mit der beruflichen Tätigkeit der Verstorbenen in Verbindung standen. Auch unter den Kontaktpersonen seien bislang keine Pestfälle festgestellt worden. Die russischen Behörden bezeichnen die Lage als stabil und unter Kontrolle.

Trump bietet Russland Unterstützung an

Vor diesem Hintergrund äußerte sich Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Die USA würden die Angelegenheit sehr genau verfolgen und Russland „so gut wie möglich“ helfen, sagte der US-Präsident. Auf der Plattform X wurde ein Teil der Pressekonferenz veröffentlicht. Im Gegensatz zu den russischen Behörden bestätigt Trump den Ausbruch einer Krankheit. Auf die Frage, ob er besorgt wäre wegen des Vorfalls in Russland, antwortete er: „Das ist eine Krankheit, die wir früher unter Kontrolle halten konnten. Aber irgendwie sind diese Mikroben stärker und schlauer geworden.“

Die WHO steht nach eigenen Angaben mit den russischen Behörden in Kontakt und bewertet das Risiko für die Bevölkerung derzeit als niedrig. Die Lungenpest wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht und kann ohne schnelle Behandlung lebensgefährlich sein. Mit geeigneten Antibiotika ist die Erkrankung heute jedoch behandelbar. Bislang gibt es jedoch keinen bestätigten Hinweis auf eine Ausbreitung der Pest in Russland.